Interview mit Viktoria Lechner

WIT: Hallo, Viktoria, bitte erzähle uns doch einmal kurz von dir persönlich.
Viktoria: Ich bin eine 30-jährige Österreicherin, die es vor ein paar Jahren beruflich nach Wien verschlagen hat. Aufgrund meiner Reiseleidenschaft habe ich im letzten Jahrzehnt im Zuge meiner akademischen Ausbildung wie auch privat mehrere Male für längere Zeit im Ausland gelebt. Über die Jahre hinweg haben mich diese Reiseerfahrungen geprägt und meinen Charakter vor allem in Sachen Toleranz, Geduld, Respekt und Wertschätzung geformt.

WIT: Was machst du beruflich?
Viktoria: Als Account Managerin bei F5 Österreich betreue ich vorwiegend Enterprise Kunden, also Großkunden. Zu meinem Aufgabenbereich zählt neben der Betreuung des gesamten Ecosystems (also Kunden, Partner und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Teams innerhalb des Unternehmens) auch die Mitgestaltung von Events. Im Sales ist kein Tag gleich und steckt immer wieder voller interessanter Herausforderungen.

WIT: Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?
Viktoria: Als Account Managerin bin ich die erste Ansprechperson für unsere Kunden, bearbeite deren Anliegen und bilde das Bindeglied zwischen unseren Partnern und F5.

WIT: Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu wählen?
Viktoria: Das Interesse für IT war stets vorhanden und durch eine Bekannte habe ich dann auch mehr über den Aufgabenbereich einer Account Managerin in einem technischen Umfeld erfahren. Anfangs waren es beiläufige Gespräche, welche jedoch relativ rasch zur Realität wurden – und meine Karriere im IT-Sektor hatte begonnen.

WIT: Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu wählen?
Viktoria: Der stetige Wandel und die rasche Weiterentwicklung in der IT waren für mich Faktoren, die mich inspiriert haben, einen Beruf in der Technik-Branche zu wählen. Ich konnte mich gut damit identifizieren und bedeutet für mich ständiges Lernen und viel Abwechslung im Arbeitsalltag.

WIT: Hat dich Technologie und/oder Programmieren schon immer interessiert?
Viktoria: Technologie war schon immer von großem Interesse für mich, jedoch überlasse ich das Programmieren oder Installieren von technischen Lösungen lieber den Experten.

WIT: Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse für Computer gefördert?
Viktoria: Aufgrund meiner unabhängigen und selbstständigen Art habe ich mich meist aus Eigeninitiative und -Interesse weitergebildet. Mein Umfeld hat mich stets unterstützt, vor allem während stressiger Zeiten im Job und auf Geschäftsreisen.

WIT: Was gefällt dir an deiner Tätigkeit am meisten?
Viktoria: Neben der Abwechslung der Tätigkeiten und Herausforderungen in den Projekten genieße ich den täglichen Austausch mit meinem Ecosystem. Ein besonders schönes Gefühl ist es, wenn man an einem komplizierten Projekt arbeitet und es dann gemeinsam erfolgreich zum Abschluss bringt.

WIT: Was ist für dich das Schönste an deinem Arbeitsalltag?
Viktoria: Der Austausch und Gespräche mit Kunden, Partner und Kolleg:innen – vor allem wenn es dabei eine Herausforderung zu lösen gilt.

WIT: Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?
Viktoria: Meistens irgendwo am Reisen, neue Kulturen und Regionen entdecken oder zum Abschalten am Berg.

WIT: Welche Botschaft möchtest du Frauen oder Mädchen mitgeben, die sich für Technik interessieren?
Viktoria: Frauen in der Technik/IT können wahres Gold für Unternehmen sein. Lasst euch nicht unterkriegen und steht für das, was euch Freude macht!

WIT: Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?
Viktoria: Du kannst nur deine Reaktion auf Situationen kontrollieren und nicht die von anderen.

WIT: Welchen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf?
Viktoria: Anfängliche Zweifel an Professionalität, Know-how, aber auch Wertschätzung und allgemein ernst genommen zu werden.

WIT: Welche Tipps hast du für Bewerbungsgespräche für technische Positionen?
Viktoria: Sei du selbst! Interesse, Motivation und Wissbegierde gehen über tieftechnisches Wissen – das kann man lernen.

WIT: Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?
Viktoria: Ich finde es schade, nach wie vor als Minderheit angesehen zu werden. Vor allem in den letzten Jahren gab es kaum nicht-organisches Wachstum in der Technik bzw. in Führungspositionen dieser Branche. Ich denke, das ist einerseits auf die Einstellung zurückzuführen, dass Männer „besser“ in solchen Positionen sind und Frauen Zweifel haben, sich für solche Stellen zu bewerben. Andererseits ist die „Es war schon immer so“ Mentalität oft noch sehr präsent in Unternehmensstrukturen.

WIT: Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?
Viktoria: Wir stehen alle vor ähnlichen Herausforderungen und ich finde es wichtig, sich zu unterstützen und auszutauschen.

WIT: Gab es eine schwierige Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist?
Viktoria: Es kam des Öfteren vor, dass ich als jüngste und einzige Frau im Raum anfangs nicht die Aufmerksamkeit bekommen habe, wenn ich das Wort ergriff. Bei „schwierigen“ Fragen wurden zudem immer die männlichen Kollegen gefragt. Erst wenn man bewiesen hat, diese Fragen problemlos beantworten zu können, wurde man in den meisten Fällen ernster genommen.

WIT: Wohin möchtest du dich zeitnah beruflich und persönlich weiter entwickeln?
Viktoria: Ich würde gerne in den kommenden Jahren in eine Rolle mit mehr Verantwortung wechseln. Das betrifft sowohl die Tätigkeit selbst als auch die Verantwortung über Mitarbeiter.

WIT: Wer sind deine persönlichen oder beruflichen Role Models?
Viktoria: Im Zuge einiger Mentorship-Programme bei F5 und vorherigen Dienstgebern hatte ich die Ehre, mit verschiedenen Personen zu sprechen, die ich definitiv als Role Models sehe. Auch in meinem privaten Umfeld zähle ich auf ein paar Personen, die mir immer wieder neue Perspektiven geben. Es ist immer situationsabhängig, an wen ich mich wende, aber ich kann Mentorship Programme nur empfehlen, da man auch Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche gewinnen kann.

WIT: Vielen Dank für das Interview, Viktoria!

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Kategorien: Interviews
Regina
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