Interview mit Nina Gehrke, CEO

WIT: Hallo, Nina, Bitte erzähle uns doch einmal kurz von dir persönlich.
Nina: Ich bin Nina, zweifache Mutter, Unternehmerin und jemand, der sich für echte, vielfältige und moderne Arbeitswelten einsetzt. Ich liebe es, kreative Ideen mit strategischem Denken zu verbinden – und Menschen sichtbar zu machen, die in klassischen Strukturen oft zu kurz kommen.

WIT: Was machst du beruflich?
Nina: Ich bin Co-CEO und Mitgründerin von twentytwo media house, einer Agentur, die sich auf Female Employer Branding im B2B-Bereich spezialisiert hat. Wir helfen Unternehmen, weibliche Talente anzusprechen, zu gewinnen und langfristig zu halten – durch starke Geschichten, klare Strategien und kreative Bewegtbildformate. Dabei nutzen wir modernste Technik, KI und arbeiten datenbasiert.

WIT: Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?
Nina: Als Co-CEO bin ich die Schnittstelle zwischen Kreation, Kund:innen und Technik. Ich überblicke die strategische Richtung der Projekte, steuere Teams, arbeite konzeptionell mit und bringe gleichzeitig technisches Verständnis ein. Durch meine Erfahrung in vielen Disziplinen – von Medienproduktion bis zum Lesen von Programmiersprachen – kann ich komplexe Anforderungen in klare, kreative Lösungen übersetzen.

WIT: Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu wählen?
Nina: Rein technisch ist mein Beruf nicht. Das hat sich über die Jahre entwickelt: Durch meine Arbeit in Medienproduktion, Digitalprojekten und kreativen Prozessen bin ich immer tiefer in technische Zusammenhänge eingestiegen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich genau an dieser Schnittstelle am wohlsten fühle – dort, wo Kreation, Technik und Strategie zusammenlaufen.

WIT: Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu wählen?
Nina: Vor allem meine eigenen Erfahrungen: Ich habe früh gesehen, wie schnell Frauen in technischen oder digitalen Bereichen unterschätzt werden – und wie viel Potenzial ungenutzt bleibt. Das hat mich motiviert, mich bewusst in diesen Feldern zu bewegen (meine Masterarbeit habe ich z.B. über BigData im B2B-Umfeld geschrieben), Kompetenzen aufzubauen und später andere Frauen ebenfalls zu ermutigen, diesen Weg zu gehen.

WIT: Hat dich Technologie und/oder Programmieren schon immer interessiert?
Nina: Ja, definitiv. Ich war schon immer neugierig, wie sich Dinge technisch gestalten lassen – Technologie war einfach da und hat mich fasziniert, weil sie mir neue kreative Möglichkeiten eröffnet hat.

WIT: Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse für Technik gefördert?
Nina: Ja – besonders mein Vater. Er hat von Anfang an mit Computern gearbeitet, und so bin ich schon früh mit Technik in Berührung gekommen. Ich habe viel von ihm gelernt, verstanden, wie Systeme funktionieren, und schnell angefangen, selbst Dinge auszuprobieren – inklusive meiner ersten eigenen Website, die ich selbst programmiert habe.

WIT: Was gefällt dir an deiner Tätigkeit am meisten?
Nina: Am meisten liebe ich die Kombination aus Kreativität, Strategie und Technik. Ich kann Ideen formen, technische Prozesse verstehen und gleichzeitig Menschen und Marken miteinander verbinden. Diese Vielfalt lässt meinen Beruf nie eintönig werden.

WIT: Was ist für dich das Schönste an deinem Arbeitsalltag?
Nina: Das Schönste ist, dass ich mit meiner Arbeit wirklich etwas bewegen kann: Frauen sichtbar machen, neue Perspektiven öffnen und Unternehmen helfen, eine modernere Arbeitskultur zu schaffen. Und natürlich die Begegnungen – mit Kund:innen, meinem Team und all den Menschen, die ähnliche Werte teilen.

WIT: Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?
Nina: Mit meinen Kindern irgendwo draußen oder im Spielzimmer. Wenn zeitlich möglich auch beim Sport.

WIT: Welche Botschaft möchtest du Frauen oder Mädchen mitgeben, die sich für Technik interessieren?
Nina: Dranbleiben und sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen.

WIT: Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?
Nina: Einen einzigen Ratschlag habe ich nicht im Kopf – eher die gesellschaftlichen Normen, die in meiner Kindheit mitgeschwungen sind. Ich möchte, dass meine Kinder alles machen können, was Sie möchten und es keine Grenzen gibt.

WIT: Welchen Herausforderungen begegnest du speziell als Frau in deinem Beruf?
Nina: Als Gründerin ist es schwer Fuß zu fassen. Besonders in der Kommunikationsbranche ist es schwer, sich abzuheben und auf seine Stärken aufmerksam zu machen.

WIT: Welche Tipps hast du für Bewerbungsgespräche für technische Positionen?
Nina: Sich nicht unter Wert zu verkaufen. Lieber einmal die Gender Pay Gap auf die eigenen Vorstellungen oben drauf packen.

WIT: Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?
Nina: Ich möchte das in Zukunft ändern, daher habe ich mit meinem Unternehmen einen Female Employer Branding Prozess entwickelt, der sich besonders gut für die technischen Berufe umsetzen lässt. Der Prozess greift genau dort an und hilft Unternehmen dabei, Frauen anders und gezielter anzusprechen und zu gewinnen.

WIT: Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?
Nina: Meine Arbeit – die habe ich mir als Selbständige so selbst ausgesucht und gibt meiner Arbeit einen Sinn, für den ich gerne arbeite. Nur „geackert“ habe ich lange genug, jetzt „ackere“ ich für etwas, das mich erfüllt.

WIT: Bitte beschreibe eine herausfordernde Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.
Nina: Eine meiner größten Herausforderungen war der Übergang vom klassischen Projekt- und Medienmanagement (in Anstellung) die Rolle der Unternehmerin und Mutter gleichzeitig ausfüllen zu müssen – aber genau diese Phase hat mich enorm wachsen lassen und meinen Weg geschärft.

WIT: Wohin möchtest du dich zeitnah beruflich und persönlich weiter entwickeln?
Nina: Beruflich möchte ich twentytwo media house voranbringen, unser Female Employer Branding (auch mit Hilfe von KI) ausbauen und noch mehr Unternehmen dabei unterstützen, echte Diversität sichtbar zu machen.

Persönlich möchte ich meine Expertise sichtbar machen – am liebsten in Workshops, auf Bühnen, in Panels oder durch Projekte.

WIT: Wer sind deine persönlichen oder beruflichen Role Models?
Nina: Klingt nach Klischee, aber meine Mutter. Sie hat drei Kinder groß gezogen, während sie selbstständig im Zahntechnik-Labor gearbeitet hat.

Unser Pilot-Projekt mit Nitrado hat bewiesen, dass unser Prozess nicht nur funktioniert, sondern hat alle Erwartungen übertroffen. Wir haben das Ziel +5% Frauenanteil im Tech-Team mit +7% übertroffen.

Vielen Dank für das Interview, Nina!

 
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Hanni Liebler
Ob Frontend oder Backend – Hauptsache Code! Wenn ich nicht gerade Typescript zähme, spiele ich Klavier und Bass, versinke in Büchern oder streife durch die Natur auf der Suche nach Inspiration und Heilkräutern. Technik trifft Tasten, Tastatur trifft Tannenduft – Always Look on the Bright Side of Life!

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