Interview mit Edona Ramadani, Softwareingenieurin und Gründerin
WIT: Hallo, Edona, Bitte erzähle uns doch einmal kurz von dir persönlich.
Edona: Ich bin Edona Ramadani, Softwareingenieurin und Gründerin. Technologie fasziniert mich, weil sie die Kraft hat, Dinge zu verändern und echte Probleme zu lösen. Ich stamme ursprünglich aus Tropoja, einem kleinen Dorf im Norden Albaniens, und habe später im Elternhaus in Tirana, der Hauptstadt, gelebt. Diese Verbindung aus ländlicher Herkunft und städtischem Umfeld hat mir gezeigt, wie wichtig Bildung, Mut und Durchhaltevermögen sind. Heute lebe und arbeite ich in Deutschland, bin eingebürgert und trage meine Wurzeln immer bei mir.
WIT: Was machst du beruflich?
Edona: Ich arbeite als Softwareingenieurin bei der Siemens AG in Karlsruhe im Bereich Digitale Transformation. Parallel dazu habe ich 2024 mein eigenes Start-up gegründet, in dem ich Web- und App-Lösungen entwickle – von einfachen Websites bis zu komplexen, individuell programmierten Anwendungen. Mein Berufsalltag ist herausfordernd, abwechslungsreich und erlaubt mir, Technologie kreativ einzusetzen und echten Mehrwert zu schaffen.
WIT: Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?
Edona: Als Softwareingenieurin analysiere ich Prozesse, entwickle Softwarelösungen und setze moderne Technologien ein. Mein Aufgabenbereich reicht von der Konzeption über Architektur und Implementierung bis zur Optimierung bestehender Systeme.
In meinem Start-up übernehme ich zusätzlich unternehmerische Verantwortung: Von der Idee über Design und Programmierung bis zum fertigen Produkt – es ist eine Mischung aus Technik, Organisation und Unternehmertum.
WIT: Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu wählen?
Edona: Der Wunsch, Softwareingenieurin zu werden, entstand aus familiärer Inspiration und persönlicher Leidenschaft. Mein Vater träumte davon, dass ich diesen Weg gehe, und meine Mutter wünschte sich, dass ich unabhängig und erfolgreich werde. Diese Werte prägen mich bis heute und haben mich motiviert, auch in schwierigen Situationen immer an meine Ziele zu glauben.
WIT: Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu wählen?
Edona: Meine Eltern waren meine größten Vorbilder. Sie haben mir Mut, Ehrgeiz und den Glauben an mich selbst vermittelt. Ich bin in einer männerdominierten Umgebung in Tropoja aufgewachsen und später in Tirana auf Bildung und Chancen gestoßen, die mir neue Perspektiven eröffneten. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Herkunft oder Umfeld keine Grenzen setzen dürfen. Mein erfolgreich abgeschlossenes Studium an einer der elitärsten Universitäten Deutschlands hat mir zusätzlich bewiesen, dass Disziplin, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen der Schlüssel zum Erfolg sind.
WIT: Hat dich Technologie und/oder Programmieren schon immer interessiert?
Edona: Mein Interesse wuchs mit der Erfahrung, dass Technologie nicht nur Wissen, sondern auch Kreativität und Gestaltungsfreiheit bietet. Mit jedem Projekt habe ich entdeckt, wie erfüllend es ist, echte Lösungen zu schaffen.
WIT: Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse für Technik gefördert?
Edona: Meine Eltern haben mich vor allem durch Werte, Vertrauen und Motivation unterstützt. Sie haben mir gezeigt, dass Bildung und Durchhaltevermögen der Schlüssel zur Selbstbestimmung sind. Lehrer und Mentoren haben mich begleitet, aber die größte Motivation kam von mir selbst und der Unterstützung meiner Familie.
WIT: Was gefällt dir an deiner Tätigkeit am meisten?
Edona: Die Abwechslung, das ständige Lernen und die Möglichkeit, echte Probleme zu lösen. Ich kann kreativ sein, Prozesse verbessern und Produkte gestalten, die Menschen und Unternehmen weiterbringen.
WIT: Was ist für dich das Schönste an deinem Arbeitsalltag?
Edona: Wenn eine Idee Realität wird – das ist für mich das Schönste. Außerdem schätze ich die Flexibilität und Verantwortung, die ich sowohl im Konzern als auch in meinem Start-up habe.
WIT: Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?
Edona: Beim Sport zum Ausgleich, beim Lernen neuer Technologien oder beim Arbeiten an Projekten für mein Start-up. Seit zwei Monaten bin ich auch Mutter einer Tochter, und diese neue Rolle bereichert mein Leben enorm. Mein Mann ist eine große Unterstützung, und ich möchte meiner Tochter Werte wie Mut, Ausdauer und Leidenschaft vermitteln.
WIT: Welche Botschaft möchtest du Frauen oder Mädchen mitgeben, die sich für Technik interessieren?
Edona: Traut euch und glaubt an euch selbst. Technik braucht Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven, und gerade Frauen können hier einen Unterschied machen. Lasst euch nicht entmutigen, wenn der Weg schwer ist – ihr könnt alles erreichen, wenn ihr dranbleibt.
WIT: Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?
Edona: Herausforderungen sind nur Chancen, die man noch nicht gemeistert hat.
WIT: Welchen Herausforderungen begegnest du speziell als Frau in deinem Beruf?
Edona: Ich arbeite überwiegend mit Männern und muss oft meine Stimme und Expertise durchsetzen. Als Frau, die hier nicht geboren und aufgewachsen ist, ist das nicht immer einfach. Gleichzeitig habe ich gezeigt, dass man durch Wissen, Disziplin und Selbstvertrauen in männerdominierten Teams erfolgreich sein kann. Mein Studium, meine Arbeit bei Siemens und die Gründung meines Start-ups haben mir gezeigt, dass hartes Arbeiten und Ausdauer sich auszahlen.
WIT: Welche Tipps hast du für Bewerbungsgespräche für technische Positionen?
Edona: Seid selbstbewusst und zeigt, was ihr könnt, nicht was ihr noch nicht könnt. Motivation, Lernbereitschaft und Leidenschaft zählen genauso viel wie technisches Wissen.
WIT: Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?
Edona: Diversität ist kein Luxus, sondern ein Schlüssel für Innovation. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Lösungen. Mehr Frauen in Tech bedeutet mehr Kreativität, mehr Ideen und stärkere Teams.
WIT: Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?
Edona: Den Mut, etwas zu bewegen, und die Leidenschaft für Technologie. Der Austausch mit anderen Frauen motiviert mich immer wieder und zeigt, dass wir gemeinsam viel erreichen können.
WIT: Bitte beschreibe eine herausfordernde Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.
Edona: Die Gründung meines Start-ups parallel zu meiner Tätigkeit bei Siemens war intensiv. Ich musste Zeitmanagement, Verantwortung und fachliche Exzellenz unter einen Hut bringen – und gleichzeitig lernen, dass Führung, Kommunikation und Organisation genauso wichtig sind wie technisches Wissen.
WIT: Wohin möchtest du dich zeitnah beruflich und persönlich weiter entwickeln?
Edona: Beruflich möchte ich meine Expertise in Softwareentwicklung und digitaler Transformation vertiefen. Persönlich ist es mir wichtig, meiner Tochter Werte wie Mut, Durchhaltevermögen und Leidenschaft zu vermitteln und andere Frauen zu inspirieren, ihren Platz in der Tech-Welt einzunehmen.
WIT: Wer sind deine persönlichen oder beruflichen Role Models?
Edona: Meine größten Role Models sind meine Eltern. Mein Vater hat mir gezeigt, wie wichtig Vision, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen sind, während meine Mutter mir beigebracht hat, erfolgreich, unabhängig und selbstbewusst zu sein. Sie haben mir Werte vermittelt, die mich sowohl beruflich als auch persönlich geprägt haben.
Darüber hinaus inspirieren mich Frauen in der Tech-Welt, die trotz Herausforderungen ihren Weg gehen, Verantwortung übernehmen und andere mitziehen. Ihr Mut und ihre Leidenschaft motivieren mich, immer weiter an meinen Zielen zu arbeiten und andere zu unterstützen.
Besonders stolz bin ich auf mein Start-up, das ich 2024 gegründet habe. Dort entwickle ich Web- und App-Lösungen, die von einfachen Websites bis hin zu komplexen, individuell programmierten Anwendungen reichen. Für mich ist es nicht nur ein berufliches Projekt, sondern auch eine Persönlichkeitsentwicklung: Ich lerne täglich, wie man Technik, Kreativität und Unternehmergeist vereint.
Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, Frauen und jungen Menschen Mut zu machen, ihre Ideen umzusetzen und in der Tech-Welt ihren Platz zu finden. Mit meinem Start-up möchte ich zeigen, dass Herkunft, Geschlecht oder Umfeld keine Grenzen setzen, wenn man Leidenschaft, Ausdauer und Mut mitbringt.
Vielen Dank für das Interview, Edona!























