Interview mit Leyla Ernst

WIT: Hallo, Leyla, bitte erzähle uns doch einmal kurz von dir persönlich.
Leyla: Hi, mein Name ist Leyla, ich bin 27 Jahre alt und wohne in der Nähe von Ulm. Ich liebe Tiere und die Natur und verbringe dort auch am liebsten meine Zeit. Meine Hündin darf dabei natürlich nicht fehlen. Ansonsten lese und koche ich sehr gerne. Die Zeit mit meinem Freund und meinen Freunden darf dabei aber natürlich nicht zu kurz kommen.

WIT: Was machst du beruflich?
Leyla: Ich bin Technical Solution Manager im Bereich Cybersecurity.

WIT: Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?
Leyla: Wie der Titel schon vermuten lässt, beschäftigen sich “Technical Solution Manager” mit Themen der IT-Security. Dabei konzeptionieren wir in unserem Team Security Komponenten und begleiten sie bis zum Roll-Out, bzw. setzen sie auch um. Dabei hat jeder andere Schwerpunkte. Von Vulnerability Management, Identity Management über PKI bis zum Hardening, usw. ist alles dabei.

WIT: Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu wählen?
Leyla: So genau kann ich das gar nicht sagen. Ich muss zugeben nach der Schulzeit wusste ich nicht genau, was ich machen möchte. Ich wusste, dass mir logisches Denken, Zahlen usw. liegen. Da mein Vater in der Richtung Informatik (allerdings ein ganz anderer Bereich) tätig war, kam mir ein Informatikstudium am geeignetsten vor. Ich habe also erst relativ spät gemerkt, dass das genau der Bereich ist in dem ich arbeiten möchte.

WIT: Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu wählen?
Leyla: Irgendwie war da dieser Reiz, etwas ganz anderes und herausforderndes zu machen. Ich mag es mich weiterzuentwickeln und immer neues dazu zu lernen ist mir wichtig. Die Informatik und vor allem ihre rasend schnelle Weiterentwicklung hat mich neugierig gemacht.

WIT: Hat dich Technologie und/oder Programmieren schon immer interessiert?
Leyla: Nein. Definitiv nicht. Mathe und Physik hat mir zwar Spaß gemacht, aber ich hatte absolut kein Interesse daran, wie irgendwelche technologischen Sachen funktionieren. Das kam erst später.

WIT: Was gefällt dir an deiner Tätigkeit am meisten?
Leyla: Die Mischung aus Konzeption, Umsetzung und Zusammenarbeit im Team. Ich sitze nicht den ganzen Tag an meinem Schreibtisch und denke mir die Dinge nur aus oder arbeite nach Schema F. Man hat Verantwortung und muss mitdenken, ist dabei jedoch nicht auf sich alleine gestellt und sitzt im dunklen Kämmerlein, sondern arbeitet im Team.

WIT: Was ist für dich das Schönste an deinem Arbeitsalltag?
Leyla: Zu sehen wenn etwas dann wirklich funktioniert, was vorher nur in Köpfen/Konzepten gesteckt hat. Außerdem lerne ich wirklich stetig dazu.

WIT: Welche Botschaft möchtest du Frauen oder Mädchen mitgeben, die sich für Technik interessieren?
Leyla: Man muss seine “Berufung” nicht schon seit dem Kindergarten oder der Schulzeit kennen und man kann sich auch später mal umentscheiden. Ihr müsst nicht für Mathe, Physik oder sonstiges geboren sein um einen technischen Beruf zu wählen. Und vor allem: lasst euch niemals sagen ihr könnt etwas nicht schaffen!

WIT: Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?
Leyla: Gib das was dir wichtig ist niemals auf, nur weil es nicht einfach ist.

WIT: Welchen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf?
Leyla: In meinem jetzigen Team würde ich sagen es gibt keine speziellen Herausforderungen für mich, nur weil ich eine Frau bin. Ich denke im Allgemeinen werden Frauen im ersten Moment oft unterschätzt, gerade wenn man noch jung ist. Beispielsweise im Studium denken alle automatisch man studiere Medieninformatik weil Frauen ja immer was mit Medien machen wollen und niemals Informatik 😉

WIT: Welche Tipps hast du für Bewerbungsgespräche für technische Positionen?
Leyla: Selbstbewusst auftreten. Niemand erwartet, dass man alles von Anfang an kann, man muss auch nicht so tun. Wichtig ist die Lernbereitschaft.

WIT: Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken mit diesem Thema?
Leyla: Schwieriges Thema. Ich denke ganz wichtig wäre es den Mädchen/Frauen aufzuzeigen, dass man nicht schon immer voll der Technikprofi sein muss um etwas in der Richtung zu machen. Man muss kein Mathe-Ass sein und man arbeitet auch im technischen Bereich viel mit Menschen und sitzt nicht alleine vorm PC und programmiert vor sich hin (außer man möchte in die Richtung gehen). Es ist immer(!) früh genug um in dem Bereich einzusteigen.

WIT: Wohin möchtest du dich zeitnah beruflich und persönlich weiter entwickeln?
Leyla: Wichtig ist doch eigentlich, dass man nicht aufhört sich weiter zu entwickeln. Ich möchte mein Wissen und Können im Bereich Security weiter ausbauen und persönlich denke ich kann man immer an sich arbeiten und vor allem seinen Horizont erweitern.

Kategorien: Interviews
Regina
Web-Developer mit Leidenschaft und große Shakespeare-Liebhaberin.

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