{"id":22242,"date":"2024-01-17T22:02:29","date_gmt":"2024-01-17T21:02:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=22242"},"modified":"2024-01-17T22:02:29","modified_gmt":"2024-01-17T21:02:29","slug":"interview-mit-marlene-damerau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/interview-mit-marlene-damerau\/","title":{"rendered":"Interview mit Marlene Damerau, Smart City Unit Leader"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIT:<\/strong>Hallo, Marlene, Bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Kinder (14, 16), lebe in Bochum.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was machst du beruflich?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich leite den Bereich Smart City bei der Stadt Gelsenkirchen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich leite ein Team von Projektleiterinnen und Projektleitern, die Digitalisierungsprojekte im Bereich der Stadtentwicklung umsetzen. Das bedeutet, mit Mitteln der Digitalisierung strategische Ziele der Stadt umzusetzen, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit und Klimaanpassung.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem bin ich f\u00fcr die integrierte Digitalstrategie verantwortlich, d.h., f\u00fcr die Planung der Digitalprojekte, die in den n\u00e4chsten Jahren die strategischen Ziele der Stadt unterst\u00fctzen sollen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich w\u00fcrde sagen, dass mein Wunsch, mich f\u00fcr Nachhaltigkeit und eine bessere Welt einzusetzen, gepaart mit meinem Drang zu lernen, dazu beigetragen haben. Ich habe als Diplom-Geografin zun\u00e4chst im Bereich Stadtplanung und Stadtentwicklung f\u00fcr die Stadt Kassel gearbeitet, und mich dann besonders f\u00fcr das Thema nachhaltige Mobilit\u00e4t interessiert.<\/p>\n<p>Als wissenschaftliche Mitarbeiterin, zun\u00e4chst beim ILS in Dortmund, dann bei Rupprecht Consult in K\u00f6ln, habe ich in immer komplexeren Projekten zu diesem Thema geforscht, bzw. Projekte entwickelt und koordiniert. Das Thema Mobilit\u00e4t ist sehr interdisziplin\u00e4r &#8211; ich habe in diesem Kontext die Scheu vor Technik verloren, sondern mich immer wieder neu eingearbeitet: in Themen wie erneuerbare Energien, Wasserstoff, wie Daten f\u00fcr die nachhaltige Verkehrsplanung genutzt werden k\u00f6nnen, Kreislaufwirtschaft&#8230;<\/p>\n<p>Auch in meinem aktuellen Job als Leiterin des Bereichs Smart City bei der Stadt Gelsenkirchen bin ich immer wieder gefordert dazu zu lernen: zu IoT, Datenplattformen, k\u00fcnstlicher Intelligenz&#8230;<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich habe festgestellt, dass meine Art vernetzt zu denken und unterschiedliche Ideen und Systeme zu verbinden, und mir dabei immer wieder neue Themen zu erschlie\u00dfen, einen Mehrwert f\u00fcr die Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte darstellt.<\/p>\n<p>Es macht ganz einfach Spa\u00df, die Welt der Stadtentwicklung mit der Welt der Technik zu verbinden, und dabei kreativ zu sein.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Hat dich Technologie und\/oder Programmieren schon immer interessiert?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Nein. Das Interesse ist erst mit der Zeit gewachsen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse f\u00fcr Technik gef\u00f6rdert?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Mein Vater war Mathe- und Informatiklehrer, und hat sicherlich als Vorbild gewirkt.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was gef\u00e4llt dir an deiner T\u00e4tigkeit am meisten?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Mit anderen Menschen Datenanwendungen entwickeln, die die Stadt nachhaltiger machen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Aktuell bin ich gl\u00fccklich, mit meinem Team ein Forschungszentrum f\u00fcr KI in der Stadtentwicklung auszuschreiben, mit dem Ziel, KI-basierte L\u00f6sungen f\u00fcr nachhaltige und resiliente St\u00e4dte zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Lesend, joggend, mit meiner Familie und Freunden Zeit verbringend, oder unterwegs mit unserem Hund&#8230;<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ihr werdet euch manchmal seltsam f\u00fchlen, weil ihr von M\u00e4nnern umringt seid. Begreift das, was ihr mitbringt, als Vorteil: die weibliche Perspektive &#8211; sei es die Nutzerinnen-Perspektive, die B\u00fcrgerinnen-Perspektive, oder auch die Perspektive auf die Bed\u00fcrfnisse von Kindern &#8211; ist sehr, sehr wichtig.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Wenn du das Bed\u00fcrfnis hast alles hinzuwerfen, hei\u00dft das, dass du Ruhe und Erholung brauchst. Nicht, alles hinzuwerfen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Herausforderungen begegnest du speziell als Frau in deinem Beruf?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Es spielt immer eine Rolle, dass ich eine Frau bin.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Tipps hast du f\u00fcr Bewerbungsgespr\u00e4che f\u00fcr technische Positionen?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Werde dir des Mehrwertes bewusst, den du einer Organisation bieten kannst. Das kann gerade und vor allem eine andere Art zu denken oder Dinge wahrzunehmen sein.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Meine Tochter ist 14 und bewirbt sich f\u00fcr ein internationales Austauschprogramm zum Thema MINT und gesellschaftlichem Engagement. Ich glaube, dass viele M\u00e4dchen und Frauen \u00fcber letzteres einen Zugang zu MINT bekommen k\u00f6nnen, so wie ich, oder wie auch meine Tochter&#8230;<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Wir sind wichtig, um ganz normalen M\u00e4dchen und Frauen Mut zu machen, diese Welt als eine Chance f\u00fcr sich und ihre Zukunft zu sehen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Bitte beschreibe eine herausfordernde Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Eine Aussage bei einem Vorstellungsgespr\u00e4ch: &#8220;Diesen Job werden Sie als Arztfrau und Mutter nicht schaffen!&#8221; (&#8230; ich wurde genommen, und habe alle Erwartungen \u00fcbertroffen).<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wohin m\u00f6chtest du dich zeitnah beruflich und pers\u00f6nlich weiter entwickeln?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong> Ich will ganz klar weiter Tech-Projekte vorantreiben, die St\u00e4dte nachhaltig machen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem will ich M\u00fctter und Frauen darin unterst\u00fctzen, ihr Potenzial umzusetzen &#8211; sei es in der Tech-Welt, oder in anderen Welten. Zu diesem Zweck absolviere ich zurzeit eine nebenberufliche Ausbildung als Business Coach.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer sind deine pers\u00f6nlichen oder beruflichen Role Models?<br \/>\n<strong>Marlene:<\/strong><\/p>\n<p>J.K. Rowling<br \/>\nAngela Merkel<\/p>\n<p>Zwei Frauen, die auf sehr unterschiedliche Art mit ihren einzigartigen St\u00e4rken zahlreiche Hindernisse \u00fcberwunden haben.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Marlene!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIT:Hallo, Marlene, Bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich Marlene: Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Kinder (14, 16), lebe in Bochum. WIT: Was machst du beruflich? Marlene: Ich leite den Bereich Smart City bei der Stadt Gelsenkirchen. WIT: Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung? 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