{"id":16904,"date":"2022-11-18T09:35:04","date_gmt":"2022-11-18T08:35:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=16904"},"modified":"2023-06-01T14:46:13","modified_gmt":"2023-06-01T12:46:13","slug":"interview-mit-hackmann-lisa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/interview-mit-hackmann-lisa\/","title":{"rendered":"Interview mit Lisa Hackmann, Senior Consultant im strategischen IT Management"},"content":{"rendered":"<p>WIT: Hallo, Lisa, Bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich hei\u00dfe Lisa, bin 29 Jahre alt und wohne in der N\u00e4he von Frankfurt. Ich koche f\u00fcr mein Leben gern, glaubt man dem Urteil meines Mannes, kann ich das auch ganz gut. Und bei einem leckeren Essen darf f\u00fcr mich ein sch\u00f6ner Wein nicht fehlen. Neben dem Kochen ist die Natur ein gro\u00dfer Ausgleich f\u00fcr mich. Ich wandere sehr gerne alpin, ein sch\u00f6ner Waldspaziergang ist aber auch nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Und dar\u00fcber hinaus bin ich in meiner Freizeit in Netzwerken aktiv, die sich f\u00fcr mehr Frauen in der Technik einsetzen, sowie als Coachin und Autorin f\u00fcr Themen der Informationssicherheit.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was machst du beruflich?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich arbeite als Senior Consultant im strategischen IT Management.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich denke unter dem Stichwort \u201eUnternehmensberaterin\u201c k\u00f6nnen wir uns alle ein ungef\u00e4hres Bild machen. Spannend wird ja eher das strategische IT Management. Ich bin quasi Expertin f\u00fcr alle Themen, die die unternehmerische Informationssicherheit, Compliance und Governance betreffen. Und wenn wir noch ein bisschen mehr ins Detail gehen, kann ich erz\u00e4hlen, dass ich Unternehmen dabei berate, mit welchen Standards und Normen eine sichere IT etabliert werden kann und welche Prozesse dazu notwendig sind. Und dabei spielt es keine Rolle, ob sich ein Unternehmen regulatorischen Anforderungen unterwerfen muss oder nicht. Eine sichere IT ist heutzutage n\u00e4mlich f\u00fcr jedes Unternehmen unabdingbar.<\/p>\n<p>Dabei ist mir allerdings die Komponente \u201eMensch\u201c besonders wichtig. Denn wir als Mitarbeitende sind ja letztendlich die, die die Technik bedienen. Das tolle an meinem Job ist also, dass ich mich nicht nur um Technik, sondern auch um den Menschen hinter der Maschine k\u00fcmmern kann. Quasi ein Gleichgewicht zwischen Mensch, Technik und Organisation.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Eigentlich war das gar nicht der Plan. Ich habe Staatswissenschaften studiert und wollte dann zum Ausw\u00e4rtigen Amt. Nach meinem Studium habe ich aber tats\u00e4chlich aus Neugierde bei einem Start Up von Freuden angefangen zu arbeiten. Dieses Start Up drehte sich rund um Crowdfunding Projekte \u00fcber White Label Plattformen und die Finanzierung dahinter. Meine Aufgabe war es, den Kunden die Technik hinter den White Label Plattformen verst\u00e4ndlich r\u00fcber zu bringen, damit diese ihre Projekte f\u00fcr \u00fcberwiegend nachhaltige Energiegewinnung umsetzen konnten. Schon damals, und das ist mir heute erst richtig bewusst, hat mir die Vermittlung zwischen Menschen und Technik super viel Spa\u00df gemacht. Deshalb bin ich heute umso dankbarer einen Job zu haben, der mir so viel Spa\u00df macht und Gestaltungsspielraum erlaubt.<\/p>\n<p>Mit dieser Start Up Erfahrung habe ich mich dann auf dem Arbeitsmarkt umgesehen und mich f\u00fcr den Weg der Unternehmensberaterin entschieden. Die Vielfalt der Projekte und Kunden, die ich kennenlernen durfte, haben mir gezeigt, dass ich mich weiterhin mit Technik, aber im strategischen Sinne, besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Und so bin ich heute Expertin f\u00fcr Themen rund um Informationssicherheit, Compliance sowie Governance und bereue seitdem nicht einen Tag dem Ausw\u00e4rtigen Amt den R\u00fccken gekehrt zu haben.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich bin ganz ehrlich. Als ich 2015 anfing zu arbeiten, habe ich mir wenig Gedanken um Vorbilder gemacht. Ich bin einfach meiner inneren Motivation gefolgt und bin bis heute dankbar ein Umfeld gehabt zu haben, dass mich in diesem Vorgehen best\u00e4rkt hat. Damals hatte ich berufliche Netzwerke noch nicht so auf dem Schirm und habe auch irgendwie in meinem eigenen Universum gelebt.<\/p>\n<p>Heute ist das f\u00fcr mich ganz anders. F\u00fcr mich sind LinkedIn &amp; Co. voll von inspirierenden Menschen, die mich jeden Tag aufs Neue anspornen meinen Weg weiterzugehen, meine Tr\u00e4ume und Ziele zu verfolgen und auch mein Umfeld mit auf diesen Weg zu nehmen. Vor allem Frauen, allen voran Tijen Onaran, Lea Sophie Cramer oder Verena Pausder, zeigen uns jungen M\u00e4dchen, Berufsanf\u00e4ngerinnen und gestandenen Berufsexpertinnen jeden Tag aufs Neue, was wir Frauen in der IT, aber auch dar\u00fcber hinaus, bewegen und bewirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Hat dich Technologie und\/oder Programmieren schon immer interessiert?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Technologie fand ich schon immer spannend, ja. Ich wei\u00df noch, als ich in der Grundschule war, bekamen wir zu Hause unseren ersten Computer. Obwohl ich noch ein kleines Kind war, habe ich mich mit den Funktionalit\u00e4ten eines Computers sehr gerne besch\u00e4ftigt und konnte schon bald meinen Eltern erkl\u00e4ren wie dieser wei\u00dfe Kasten \u00fcberhaupt funktioniert.<br \/>\nDas ging dann immer so weiter, die Smartphone Technologie hat mich komplett vom Hocker gehauen. Ich musste immer gleich alles ausprobieren und habe mir alles immer selbst angeeignet.<\/p>\n<p>Heute ist das wahrscheinlich selbstverst\u00e4ndlich. Kinder haben schon in der Schule Computer Unterricht. Ich hatte das damals nicht, sondern irgendwie ging man einfach davon aus, dass wir das schon irgendwie k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse f\u00fcr Technik gef\u00f6rdert?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Meine Eltern haben immer ihr m\u00f6glichstes getan mich zu f\u00f6rdern und mir die M\u00f6glichkeit gegeben meinen Interessen nachkommen zu k\u00f6nnen. Auch damals schon waren Computer und Handys teuer, daher sicherlich keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Damals kostete Surfen im Internet pro Minute noch Geld. Und trotzdem durfte ich im Internet nach Informationen suchen, mir Videos anschauen, usw. Gut, ehrlich gesagt, hat meine Mutter irgendwann den Stecker gezogen, das war&#8217;s dann mit Surfen, ICQ und Co.<\/p>\n<p>Meine Eltern haben mich auch nach dem Studium immer weiter in meinem Interesse f\u00fcr Technik best\u00e4rkt, mir Mut gemacht in einer M\u00e4nnerdom\u00e4ne mich durchzusetzen und auch Niederlagen zu \u00fcberstehen.<br \/>\nF\u00fcr Lehrer war damals die Technik meines Erachtens eher noch ein St\u00f6renfried.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was gef\u00e4llt dir an deiner T\u00e4tigkeit am meisten?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich finde es toll eine Art &#8220;\u00dcbersetzerin&#8221; zu sein. Was meine ich damit? In Projekten habe ich nicht nur mit der F\u00fchrungsebene zu tun, sondern auch immer wieder mit der IT Abteilung. Die IT setzt ja letztendlich um, was auf dem papier beschlossen wurde. Zwischen F\u00fchrungsebene und IT Abteilung herrscht allerdings oft ein Verst\u00e4ndnisproblem, da die eine Seite nicht immer genau nachvollziehen kann, was die andere Seite tut. Ich als \u00dcbersetzerin, da ich beide Seiten kenne und verstehe, kann vermitteln und letztendlich bewirken, dass alle an einem Strang ziehen.<\/p>\n<p>Mir gef\u00e4llt auch, dass meine Herangehensweise als Frau immer mehr gesch\u00e4tzt und gef\u00f6rdert wird. Diese Herangehensweise ist nicht besser als die von M\u00e4nnern, das m\u00f6chte ich damit nicht sagen, aber \u00fcber die Jahre habe ich festgestellt, dass wir Frauen ab und an doch etwas umsichtiger an Projekte und Problemstellungen herangehen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ganz eindeutig die Flexibilit\u00e4t. Ich bin selbst daf\u00fcr verantwortlich, dass ich meine Projektaufgaben und auch interne Aufgaben erledige. Mikromanagement ist der Feind f\u00fcr mich. Es best\u00e4rkt mich in meiner Arbeitsweise zu wissen, dass mir der Freiraum gegeben wird, mir meinen Tag selbstst\u00e4ndig zu strukturieren und ich auch die Verantwortung daf\u00fcr habe, meine Aufgaben erfolgreich zu erledigen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> In der K\u00fcche oder beim Sport.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Wir haben vorhin ja schon \u00fcber Inspirationen gesprochen. Ich finde Inspirationen wichtig, weil sie uns einen Weg aufzeigen k\u00f6nnen. Das reicht aber meines Erachtens noch nicht. Eine Perspektive zu haben ist wichtig, aber an der Umsetzung hapert es ja ab und an. Daher ist f\u00fcr mich das kleine W\u00f6rtchen &#8220;Mut&#8221; so wichtig. Wir Frauen, wir M\u00e4dchen brauchen Mut unseren Weg zu gehen. Mut ist ein Mindset. Das ist ganz wichtig. Mut wagen und umsetzen. Wir brauchen Mut unsere W\u00fcnsche und Ziele in die Tat umzusetzen, dann bin ich \u00fcberzeugt, dass uns keiner aufhalten kann!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Meine Mutter hat immer zu mir gesagt &#8220;Lisa, du bist f\u00fcr dich selbst verantwortlich &#8211; nicht die anderen&#8221;. Als Kind waren f\u00fcr mich immer die anderen dran schuld, wenn es mir nicht gut ging oder ich nicht das bekam, was ich gerne wollte. Meine W\u00fcnsche, Tr\u00e4ume und Ziele erreiche ich nicht, in dem ich andere daf\u00fcr verantwortlich mache und ihnen die Verantwortung in die Schuhe schiebe, wenn es mal nicht so klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich bin f\u00fcr mich verantwortlich, das hei\u00dft ich bin f\u00fcr meine Erfolge verantwortlich, die ich feiern darf. Ich bin aber auch f\u00fcr meine Niederlagen verantwortlich, aus denen ich lernen muss.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Herausforderungen begegnest du speziell als Frau in deinem Beruf?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Sehe ich aus wie der typische Unternehmensberater? Nein. Ich bin 29 Jahre alt, blond und eine Frau. Ich w\u00fcrde Seiten f\u00fcllen, wenn ich alle Erlebnisse erz\u00e4hlen w\u00fcrde, mit denen ich bisher, weil ich eine Frau bin, in meinem Beruf konfrontiert war.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig begegne ich heute noch dem Umstand, dass Kunden m\u00e4nnlichen Unternehmensberatern Kompetenz zuschreiben und mich als Frau eher als Mitl\u00e4uferin sehen. Selbst wenn ich die Projektleitung bin und mein Kollege Projektmitarbeitender ist. Ich habe daher h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, dass ich mir Anerkennung viel mehr erarbeiten muss, als es teilweise m\u00e4nnliche Kollegen m\u00fcssen. Das hei\u00dft ich muss deutlich \u00f6fter noch eine &#8220;Extrameile&#8221; gehen, um meine Kompetenz unter Beweis zu stellen.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise arbeite ich heute in einem Umfeld, in dem mich meine Chefs und Kollegen an meiner Pers\u00f6nlichkeit und Arbeitsleistung messen und nicht an meinem Geschlecht. Daf\u00fcr bin ich sehr dankbar, denn auch heute ist das leider nicht selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Tipps hast du f\u00fcr Bewerbungsgespr\u00e4che f\u00fcr technische Positionen?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Rechtfertige Dich nicht, f\u00fcr Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche, die Du im Job hast. Hab den Mut zu zeigen wer Du bist und was Du kannst. Meines Erachtens spielt es keine Rolle, ob Du dich f\u00fcr eine technische oder nicht technische Position in der IT bewirbst. Sei selbstbewusst und zeig, was Du kannst, dann bist Du unschlagbar!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich finde das sehr schade und setze mich auch in verschiedenen Netzwerken f\u00fcr mich Frauen in der IT ein. Meines Erachtens ist es ein Gewinn in diversen Teams zu arbeiten und die Vorteile daraus zu nutzen. Aus meiner Erfahrung f\u00fchren diverse Teams zu effizienteren und nachhaltigeren Ergebnissen und auch zu weniger Rivalit\u00e4t untereinander. Wir kennen alle die Studienlage und wissen, dass Frauen beispielsweise risikoaverser und umsichtiger als M\u00e4nner sind. Darauf m\u00f6chte ich gar nicht n\u00e4her eingehen.<\/p>\n<p>Aus meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung m\u00f6chte ich vielmehr berichten, dass ich so gerne mehr Frauen einstellen w\u00fcrde, wir suchen h\u00e4nderingend nach tollen Frauen, die Lust haben in der IT Fu\u00df zu fassen. Nur leider finden wir keine. Das Angebot ist gro\u00df, die Nachfrage aber eher gering. Es ist richtig, dass zwischen M\u00e4nnern und Frauen noch ein Gehaltsdefizit liegt. Um das zu \u00e4ndern, liegt es aber auch stark an uns Frauen f\u00fcr Ver\u00e4nderung zu k\u00e4mpfen und Missst\u00e4nde immer wieder anzusprechen.<\/p>\n<p>Hier komme ich also wieder auf den Ratschlag meiner Mutter zur\u00fcck &#8211; du bist f\u00fcr dich verantwortlich, nicht die anderen. Female Empowerment ist eine gro\u00dfartige Sache und wird zum Erfolg f\u00fchren, da bin ich ganz sicher. Mir ist es wichtig bei diesem Thema auch an uns Frauen zu appellieren nicht darauf zu warten, dass eine tolle Gelegenheit vor unseren F\u00fc\u00dfen liegt. Steht f\u00fcr Euch selbst ein, zeigt was Ihr k\u00f6nnt und dann wird das ganz von alleine!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Ich finde den Zusammenhalt und die Unterst\u00fctzung von Frauen in der Technik einzigartig. Auf diversen Kongressen, Veranstaltungen und Tagungen habe ich bisher so tolle Frauen kennenlernen d\u00fcrfen, die auch ihren Weg in der IT gegangen sind. Und all diese Frauen stehen immer Rede und Antwort, unterst\u00fctzen mit Tipps und Tricks und geben Wissen weiter, dass ihnen einmal geholfen hat.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Bitte beschreibe eine herausfordernde Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Als Beraterin muss ich zwei Verantwortungen gerecht werden &#8211; der Verantwortung gegen\u00fcber meinem Team, meinem Arbeitgeber und der Verantwortung gegen\u00fcber meinem Kunden. Solange alle an einem Strang ziehen und die gleichen Interessen verfolgen (gemeinsam ein erfolgreiches Projekt durchf\u00fchren) ist diese Waage leicht im Gleichgewicht zu halten. Sobald Interessen divergieren, ger\u00e4t diese Waage allerdings sehr schnell ins Ungleichgewicht.<\/p>\n<p>Diese sogenannte Ellenbogenmentalit\u00e4t zerst\u00f6rt jedes Projekt und jedes Teamgef\u00fcge. Wir Frauen sind erwiesenerma\u00dfen Herdentiere und f\u00fchlen uns im Team am wohlsten, unsere Komfort Zone also. M\u00e4nner hingegen sind eher Einzelk\u00e4mpfer bzw. stark hierarchisch gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>So war es nun meine Aufgabe ein aus dem Gleichgewicht geratenes Projekt mit einem Ellenbogenk\u00e4mpfer wieder ins Gleichgewicht zur\u00fcckzubringen und gleichzeitig meinen beiden Verantwortungen weiterhin gerecht zu werden. Was soll ich sagen&#8230;ich bin gescheitert. Fehlende R\u00fcckendeckung und Loyalit\u00e4t sowie eine hidden Agenda haben es mir nicht m\u00f6glich gemacht das Projekt wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. Ich bin lange mit mir ins Gericht gegangen, was habe ich falsch gemacht, was h\u00e4tte ich besser machen k\u00f6nnen? Ich habe meine Lehren gezogen und dieses toxische Arbeitsumfeld verlassen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wohin m\u00f6chtest du dich zeitnah beruflich und pers\u00f6nlich weiter entwickeln?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Im Moment bin ich in erster Linie verantwortlich f\u00fcr erfolgreiche Projekte. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt es da auch dazu mein Team zu coachen und den \u00dcberblick zu behalten, dass alle Aufgaben erledigt werden. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnsche ich mir auch noch mehr Verantwortung f\u00fcr die Menschen in meinem Team. Ich konnte in meinem Berufsleben bisher sehr viel mitnehmen, Vieles davon hat mich weitergebracht, einiges aber auch nicht. Manches habe ich vermisst und das m\u00f6chte ich als F\u00fchrungskraft einmal besser machen und an mein Team weitergeben. Ich als Mensch entwickle mich t\u00e4glich weiter, lerne mich neu oder anders kennen, je nach Situation, der ich begegne. Ich m\u00f6chte mich auch k\u00fcnftig weiterhin in meiner St\u00e4rke entwickeln, durchzusetzen, was ich mir w\u00fcnsche und f\u00fcr das einzusetzen, wof\u00fcr ich stehe.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer sind deine pers\u00f6nlichen oder beruflichen Role Models?<br \/>\n<strong>Lisa:<\/strong> Es gibt so viele tolle Menschen, die mich mit dem, was sie sagen, inspirieren. Heute mag es vielleicht Michelle Obama sein, morgen Simon Sinek und \u00fcbermorgen eine Arbeitskollegin. Gerade lese ich das Buch &#8220;50 S\u00e4tze, die das Leben leichter machen&#8221; von Karin Kuschik. Absolut lesenswert!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Lisa!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIT: Hallo, Lisa, Bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich Lisa: Ich hei\u00dfe Lisa, bin 29 Jahre alt und wohne in der N\u00e4he von Frankfurt. 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