{"id":15954,"date":"2022-10-18T06:29:44","date_gmt":"2022-10-18T04:29:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=15954"},"modified":"2024-08-05T21:23:44","modified_gmt":"2024-08-05T19:23:44","slug":"10-jahre-im-sondermaschinenbau-interview-mit-britta-kalusche-abteilungsleiterin-planung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/10-jahre-im-sondermaschinenbau-interview-mit-britta-kalusche-abteilungsleiterin-planung\/","title":{"rendered":"10 Jahre im Sondermaschinenbau: Interview mit Britta Kalusche, Abteilungsleiterin Planung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hallo Britta, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich. <\/strong><\/p>\n<p>Ich bin geb\u00fcrtige Dortmunderin, 39 Jahre alt, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, F\u00fchrungskraft in einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, Mutter von zwei Kindern und lebe in Bremen.<\/p>\n<p><strong>Was machst du denn beruflich? <\/strong><\/p>\n<p>Ich bin Head of Assembly Planning bei der <a href=\"https:\/\/plan-b-bremen.com\/de\/\">Plan B Automatisierung GmbH<\/a>. Dort arbeite ich bereits seit 2012. Nach meinem Studienabschluss an der Leibniz Universit\u00e4t Hannover in 2008 habe ich mich nach einer kurzen Zeit in der Wissenschaft bewusst in Richtung Industrie orientiert, in den Mittelstand.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht heute dein beruflicher Alltag aus? <\/strong><\/p>\n<p>Ich arbeite 30 Stunden pro Woche als Abteilungsleiterin Planung und teile mir meinen F\u00fchrungsposten mit meinem m\u00e4nnlichen Kollegen Dirk Wilhelm. Dirk und ich arbeiten seit Jahren sehr eng und vertrauensvoll zusammen, sodass wir uns jederzeit sowohl intern als auch bei den Kunden gegenseitig vertreten k\u00f6nnen und die F\u00fchrung der Abteilung ohne Unterbrechung sichergestellt ist.<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt dir an deiner jetzigen T\u00e4tigkeit am meisten? <\/strong><\/p>\n<p>Mein Arbeitsinhalte! Ich konzipiere und plane Montageanlagen im Kundenauftrag, und es sind immer wieder neue Anlagen f\u00fcr andere Kunden und andere Produkte. Man hat seine Planungsmethode, in der man nat\u00fcrlich immer besser wird, die sich aber systemisch eigentlich nicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die eigentlichen Probleme, L\u00f6sungen, Aufgabenstellungen, die der Kunde ben\u00f6tigt \u2013 die sind immer wieder anders. So wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig, und gleichzeitig kann ich mein Fachwissen in den Bereichen Montagetechnik und Montageabl\u00e4ufe immer weiter steigern.<\/p>\n<p>Zudem hat in den letzten Jahren auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he mit den Kunden immer weiter zugenommen, was ich sehr erf\u00fcllend finde.<\/p>\n<p><strong>Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag? <\/strong><\/p>\n<p>Kurz gesagt, die gute Zusammenarbeit bei uns. Das sieht man beispielsweise auch daran, dass ich in meinem Unternehmen mit einem Fehler niemals allein bleibe. Bei uns ist es v\u00f6llig in Ordnung zu sagen: \u201eHier ist etwas schiefgelaufen, wie kommen wir denn da gemeinsam wieder raus?\u201c. In solchen Situationen ziehen wir alle an einem Strang und \u00fcberlegen zusammen, was man tun k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Genau so gehe ich auch nach 10 Jahren noch vor. Wenn ich irgendwo gedanklich nicht weiterkomme und ich keine Ideen mehr habe, dann kann ich mich jederzeit an mein Team, an die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung oder an andere Wissenstr\u00e4ger wenden und sagen, lass uns da mal dr\u00fcber sprechen. So wird schlie\u00dflich aus der L\u00f6sung einer einfachen Frage schnell eine gemeinsame Teamleistung.<\/p>\n<p><strong>Welchen besonderen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf? <\/strong><\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich habe ich den vergangenen zehn Jahren sowohl als Frau wie auch als Planerin ein anderes Standing bekommen. Ich wei\u00df noch, wie ich fr\u00fcher nerv\u00f6s in Kundenmeetings war und immer einen hohen Druck versp\u00fcrte, mich zu beweisen und Leistung abzuliefern.<\/p>\n<p>Mit steigender Berufserfahrung ist das heute anders. Ich bin einfach viel unbeschwerter in Kundenterminen. Ich rede entspannt mit den Kunden und kann, was sich sagen m\u00f6chte, auch genauso r\u00fcberbringen und so mich und mein Arbeitsergebnis f\u00fcr alle Seiten zufriedenstellend pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><strong>Was war bisher das spannendste Projekt in deinem Berufsleben? <\/strong><\/p>\n<p>Das spannendste Projekt war eins, das am Ende gar nicht realisiert wurde. F\u00fcr einen Kunden aus der Robotertechnik haben wir die Planung einer Matrix-Montage f\u00fcr das Zentralwerk vorgenommen. Wir wollten weg von der starren, verketteten Linie hin zu einzelnen Montagestationen, die sich im Betrieb flexibel verkn\u00fcpfen lassen sollten.<\/p>\n<p>Zu diesem Thema gibt es einen umfangreichen theoretischen Hintergrund sowie sehr viele wissenschaftliche Informationen und Studien, aber nur sehr wenig Material aus der Praxis. Also haben wir uns immer wieder Fragen gestellt: Was bedeutet das, wenn es in der Realit\u00e4t wirklich umgesetzt werden soll? Wo sind vielleicht Grenzen, und was kann man trotzdem machen?<\/p>\n<p>Und genau das war superspannend: Das Arbeiten an theoretischen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten und die Anpassung dieser auf die Erfordernisse der Praxis, da sich theoretische Planungsmethoden gar nicht 1:1 \u00fcbertragen l\u00e4sst. Wir wollten das wissenschaftlich bereits Erarbeitete mal als Hands-On-Methode in der Praxis einsetzen, ohne daf\u00fcr gleich einen neuen Versuchsaufbau leisten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Wohin m\u00f6chtest du dich beruflich und pers\u00f6nlich weiterentwickeln?<\/strong><\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich bin ich aktuell bereits sehr zufrieden. Beruflich sehe ich gro\u00dfe Herausforderungen auf eigentlich alle Unternehmen zukommen, und zwar ein Mangel in vielen Bereichen. Sei es der Mangel an Fachkr\u00e4ften, ein Mangel an Materialien und Ressourcen im weitesten Sinne, also auch den Ressourcen, die Mitarbeiter mit ins Unternehmen bringen.<\/p>\n<p>Auf der Seite unserer Kunden wiederum wird die Notwendigkeit zum Automatisieren immer st\u00e4rker gesehen. Viele Firmen sind jedoch noch ganz am Anfang eines solchen Prozesses. Diese Unternehmen stellen sich dann Fragen wie \u201eWo fange ich an? Wie geht das, wenn ich seit Jahr und Tag meine gesamte Produktion auf eine manuelle Montage optimiert habe?\u201c.<\/p>\n<p>Hier passende L\u00f6sungen und Konzepte verantwortlich anbieten und auch realisieren zu k\u00f6nnen, das mach mich im Beruf sehr zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen noch mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<\/strong><\/p>\n<p>Das Entscheidende ist, dass ihr Spa\u00df an den technischen Themen habt. Ich arbeite sehr gerne in meinem Bereich und freue mich \u00fcber jede Kollegin. Es ist nicht entscheidend, ob euer Interesse anderen Personen gef\u00e4llt oder nicht &#8211; es geht um euch.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Britta!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Foto: Abteilungsleitern Britta Kalusche freut sich \u00fcber das Geschenk Ihrer Firma zum 10j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Britta, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich. Ich bin geb\u00fcrtige Dortmunderin, 39 Jahre alt, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, F\u00fchrungskraft in einem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, Mutter von zwei Kindern und lebe in Bremen. Was machst du denn beruflich? Ich bin Head of Assembly Planning bei der Plan B Automatisierung GmbH. Dort arbeite ich bereits seit <a href=\"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/10-jahre-im-sondermaschinenbau-interview-mit-britta-kalusche-abteilungsleiterin-planung\/\" class=\"more-link\">&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":15955,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[359,184,361,362,183,283,186],"class_list":["post-15954","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","tag-automatisierung","tag-frauen","tag-maschinenbau","tag-montagetechnik","tag-technik","tag-women-and-tech","tag-women-in-tech"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15954"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15954\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22740,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15954\/revisions\/22740"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15955"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}