{"id":14873,"date":"2022-03-30T11:30:43","date_gmt":"2022-03-30T09:30:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=14873"},"modified":"2024-01-25T11:55:22","modified_gmt":"2024-01-25T10:55:22","slug":"interview-mit-julia-haske","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/interview-mit-julia-haske\/","title":{"rendered":"Interview mit Julia Haske, Wissenschaftlerin f\u00fcr den Forschungsbereich Reaktivierung &#038; Transition"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIT:<\/strong> Hallo, Julia, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich.<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ich bin k\u00fcrzlich 27 Jahre geworden und habe zeitgleich meinen Master beendet. Nun folgt die Promotion von der ich schon fr\u00fcher wusste, dass ich sie mal in etwas unkonventionellem und vielleicht auch &#8220;Frauen untypischen&#8221;- Bereich machen m\u00f6chte, um mich hervorzuheben und um zu zeigen: &#8220;Wir k\u00f6nnen sein, wer immer wir wollen. Wir m\u00fcssen uns nur zuerst selbst als das sehen, was wir erreichen m\u00f6chten.&#8221; Ansonsten mache ich sehr gerne Home Workouts oder Spazierg\u00e4nge in meiner Freizeit, um einen Ausgleich vom Alltag und der Arbeit zu erhalten. Ich habe mir vor kurzem eine Katze geholt und die erfordert nun nat\u00fcrlich auch viel Aufmerksamkeit und Zuwendung.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was machst du beruflich?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ich arbeite als Wissenschaftlerin f\u00fcr den Forschungsbereich Reaktivierung &amp; Transition (ehemaliger Bergbauregionen) am Forschungszentrum Nachbergbau an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum. Studiert habe ich jedoch Internationale Politische \u00d6konomie Ostasiens mit dem Schwerpunkt auf China. Hier beginne ich nun eine kooperative Promotion, in der ich die \u00f6konomischen und politischen Aspekte meines Studiums mit den technischen Aspekten meines Berufs vereine, um einen ganzheitlichen Ansatz zu schaffen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ich besch\u00e4ftige mich einerseits mit den sozio-\u00f6konomischen Auswirkungen durch den ehemals aktiven Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet. Das bedeutet ich schaue nach m\u00f6glichen Nachnutzungspotentialen und entwickle innerhalb meines Forschungsprojekts Business Modelle f\u00fcr die Neu-, und Umnutzung ehemaliger Bergwerke und ihrer Standorte. Ich analysiere aber auch die Besch\u00e4ftigungseffekte und den Strukturwandel, der mit solchen Prozessen in der Industrie einhergeht. Andererseits schaffe ich durch mein vorheriges Studium den Transfer nach China und schaue mir den Bergbau hier an. So m\u00f6chte ich auf Basis der EU-China Beziehungen identifizieren, wodurch die Integration von technischen Innovationen gehindert wird und welche Stadien durchlaufen werden m\u00fcssen. Diese H\u00fcrden sollen identifiziert werden und diesen durch Impulsgebung m\u00f6glichst entgegen gewirkt werden. Dar\u00fcber hinaus arbeite ich im Forschungsbereich des Umwelt-, und Geomonitorings im Alt-, und Nachbergbau als Drohnenpilotin, wof\u00fcr ich eine Weiterbildung beim Luftfahrt Bundesamt gemacht habe. Hier k\u00f6nnen wir mithilfe verschiedener Sensoren (multispektral, thermalinfrarot etc.) einen Einblick in, beispielsweise, den Zustand von F\u00f6rderger\u00fcsten erhalten und feststellen, ob ein Standort zum Erhalt des industriellen Erbes restauriert werden muss, seine Standfestigkeit einb\u00fc\u00dft und welche Kosten damit einhergehen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ich habe w\u00e4hrend meines Bachelorstudiums im Pr\u00fcfungsamt der Technischen Hochschule als studentische Hilfskraft gearbeitet und dort gefragt, ob ich nicht auch ein Praktikum machen k\u00f6nnte, um einen besseren Einblick in die Prozesse der verschiedenen Abteilungen dort zu erhalten. So bin ich in meiner letzten Station am Forschungszentrum Nachbergbau gelandet. Zuvor hatte mich die Bergbauthematik nie gro\u00df interessiert. Doch dort habe ich gelernt, welche F\u00fclle an M\u00f6glichkeiten es gibt verschiedene Expertisen und Erfahrungen neu zu vereinen, um neue integrierte L\u00f6sungsans\u00e4tze zu erschlie\u00dfen. Hier fiel mir besonders auf, dass China als weltweit gr\u00f6\u00dftes Bergbauland nicht wirklich miteinbezogen werden konnte, da die Expertise in diesem Bereich fehlte. Das habe ich als meine Chance gesehen diese Kompetenz zu erweitern und mich selbst tiefer in die Gebiete von Bergbau, Kreislaufwirtschaft, seltene Erden, erneuerbare Energien etc. einzuarbeiten und zu forschen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Es ist noch immer so, dass technische Berufe und in meinem Fall auch Berufe im Bereich des Bergbaus und der Energiewirtschaft deutlich m\u00e4nnlich dominiert sind. Doch, f\u00fcr ganzheitliche L\u00f6sungen braucht es diverse Perspektiven genauso, wie es verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen erfordert (\u00f6konomisch, politisch, sozial&#8230;). Daher sollten sich hier auch mehr Frauen trauen sich zu etablieren und das geht, wie man an mir sieht, auch als Quereinsteiger. So lange die Leidenschaft da ist, ist das Erlernen von neuem Wissen kein Problem, denn lernen tun wir ohnehin ein Leben lang. Wieso das also nicht nutzen und aktiv einen Impact leisten und mitmischen?<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Hat dich Technologie und\/oder Programmieren schon immer interessiert?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ja! Tats\u00e4chlich habe ich dank meinem technik affinen Onkel, der auch im IT-Bereich leitet und mit dem ich fr\u00fcher viel Zeit verbracht habe, mir immer alles gezeigt. Ich sa\u00df oft neben ihm am PC und er hat mir gezeigt, wie man verschiedenes Programmieren kann. Ich fand das faszinierend und habe auch fr\u00fch gern verschiedene Art von Games gespielt, sei es am ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten Nintendo oder schlicht am PC. Au\u00dferdem habe ich mit zirka 13 Jahren meine Vorliebe f\u00fcr das Erstellen von Videos gefunden. Hier habe ich stundenlang mit Programmen wie Sony Vegas Pro zugebracht, um einfach f\u00fcr mich Funktionen zu testen und Videos und Musik zusammenzuschneiden. Die habe ich dann auf CD gebrannt und zu Geburtstagen an meine Familie verschenkt &#8211; ich war s\u00fcchtig danach! Sp\u00e4ter bin ich auch der Robotik AG an meiner Schule, dem Haranni Gymnasium in Herne, beigetreten. Diese AG hatte mein damaliger Informatiklehrer gegr\u00fcndet, um bewusst junge M\u00e4dchen mehr f\u00fcr Technik und das Programmieren zu begeistern. Hier war ich damals sogar in der Zeitung und m\u00e4chtig stolz auf meinen programmierten Roboter, der zu einer meiner Lieblingssongs eine Choreo &#8220;tanzen&#8221; konnte.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse f\u00fcr Computer gef\u00f6rdert?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Definitiv! Meine Eltern haben sich immer bem\u00fcht meine Entwicklungen und Interessen zu unterst\u00fctzen, so gut sie konnten. Selbst dann, wenn sie manchmal nicht ganz wussten, was ich da eigentlich tue oder warum. Hierf\u00fcr bin ich dankbar, denn ich konnte meine Kreativit\u00e4t so auf verschiedene Arten ausleben und mich selbst besser kennenlernen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was gef\u00e4llt dir an deiner T\u00e4tigkeit am meisten?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Mir gef\u00e4llt die gro\u00dfe Bandbreite an M\u00f6glichkeiten. Der Forschungsbereich ist sehr gro\u00df und man kann sich auf so viele verschiedene Thematiken festlegen, die einen interessieren. Ich bin oftmals oft Konferenzen und kann meine Forschung dort pr\u00e4sentieren. Das ist super zur \u00dcbung, aber man lernt auch immer neue spannende Menschen k\u00f6nnen. Dieser aktive Austausch macht Spa\u00df und bringt einen meist auch direkt weiter zu neuen Events, wo man wieder Menschen kennenlernen kann. Man muss sich nur trauen. Au\u00dferdem liegt in meiner Arbeit viel Potential, da besonders &#8220;der Nachbergbau in China&#8221; ein in Deutschland kaum erforschtes Thema ist und vielen nicht klar ist, was Nachbergbau alles bedeuten kann. Denn wir sprechen nicht nur von einem g\u00e4nzlich beendeten Bergbau. Die nachhaltigen Sch\u00e4den beginnen bereits im aktiven Bergbau und daher sollte man bereits dort durch entsprechendes Management und Planung ansetzen. Ebenso ben\u00f6tigen bereits vereinzelt geschlossene Bergwerke eine &#8220;Nachbehandlung&#8221; und Konzepte zum weiteren Vorgehen. Hier kann deutsche Erfahrung einen gro\u00dfen Beitrag leisten, wenn wir transparente Kommunikation f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Derzeit arbeite ich zu gro\u00dfen Teilen im Home Office und finde das \u00e4u\u00dferst effizient. Diesen Vertrauensvorschuss wei\u00df ich zu sch\u00e4tzen und er bietet mir die M\u00f6glichkeit mein Arbeiten, je nachdem ob es sich um Meetings, Denk-, oder Schreibprozesse handelt, an meinen individuellen Rhythmus anzupassen. Manch einer schreibt besser am Abend oder am Morgen, aber nicht nach vorgegebener Zeit. So kann ich selbst entscheiden und meine eigenen Arbeitsprozesse bestm\u00f6glich optimieren. Au\u00dferdem arbeite ich vollkommen selbstst\u00e4ndig und treffe meine eigenen Entscheidungen. Das finde ich klasse!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Beim Essen oder an der frischen Luft! Ich genie\u00dfe sehr gerne einen Spaziergang drau\u00dfen zum Ausgleich zum vielen Sitzen am Schreibtisch. Ansonsten bin ich eine Genie\u00dferin, wenn es ums Essen geht und koche hier auch gerne aufw\u00e4ndigere Gerichte, um mich dann selbst zu belohnen. Dann schmeckt es noch besser. Ansonsten schaue ich abends auch gerne mal einen Film &#8211; oder ich spiele noch immer gern Konsolenspiele &#8211; daran hat sich in all den Jahren nichts ge\u00e4ndert. Lediglich die Konsolen \u00e4ndern sich.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Glaubt an euch, denn es f\u00e4ngt immer bei euch an! Seht euch, wo immer ihr euch sehen m\u00f6chtet und dann geht in diese Welt hinaus und holt es euch, denn ihr k\u00f6nnt sein, wer immer IHR sein m\u00f6chtet. Ihr werdet immer Menschen treffen, die euch etwas anderes erz\u00e4hlen, vielleicht weil sie sich selbst so etwas nicht zutrauen w\u00fcrden. Davon darf man sich nicht abhalten lassen. Es gibt noch so viele Themenkomplexe, wo wir mehr Frauen brauchen und Technik kann so viel f\u00fcr uns tun, wenn wir sie lassen und ihr die Chance geben, diese verstehen zu wollen. Typische Stereotypen wie &#8220;M\u00e4dchen k\u00f6nnen nicht so gut mit Technik&#8221; begleiten uns auch heute noch und unterbewusst setzen sie sich bei uns fest. Probiert die Dinge einfach aus und bildet euch eure eigene Meinung. Ich war nie besonders gut in Mathe, weil ich dachte ich k\u00f6nne nicht mit Zahlen. Trotzdem habe ich erfolgreich programmiert, Technik verwendet, Wirtschaft studiert &#8211; und hier gab es eine Menge Zahlen. Ihr k\u00f6nnt alles, wenn ihr wollt.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Ich verlasse mich immer auf mein Bauchgef\u00fchl, auch auf die Gefahr, dass das komisch klingt. Wenn ich vor einem Scheideweg oder einer Entscheidung stehe, dann versuche ich ruhig zu werden und meinem Impuls zu vertrauen. Denn im Endeffekt kann einem niemand die Entscheidungen abnehmen, die man f\u00fcr sein eigenes Leben trifft. Daher bin ich davon \u00fcberzeugt, dass wir die richtigen Antworten immer auch schon bereits kennen. Wir m\u00fcssen nur bereits sein sie zu zulassen. Oftmals bedeutet das aber, dass wir aus unserer Komfortzone herausm\u00fcssen, um etwas neues zu lernen. Das macht uns oft Angst und daher z\u00f6gern wir. Daher: Du musst dich entscheiden und du bist aufgeregt? Ein Teil von dir freut sich, aber du hast Angst vielleicht zu scheitern? Tu es! Vertrau dir!<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Besonders als junge Frau wird man oftmals nicht ernst genommen. Das passiert mir immer noch \u00f6fter, als es mir lieb ist. Hier darf man nicht emotional werden, auch wenn es frustrierend ist, wenn man wei\u00df, was man kann und was nicht. Hier muss man den richtigen Umgang mit solchen Menschen und Situationen lernen. Vor allem darf man sich niemals davon aufhalten lassen seine Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Tipps hast du f\u00fcr Bewerbungsgespr\u00e4che f\u00fcr technische Positionen?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Eine gute Vorbereitung ist neben dem ersten Eindruck die halbe Miete. Daf\u00fcr sollte man sich gut informieren \u00fcber die jeweilige Firma oder wo auch immer man das Bewerbungsgespr\u00e4ch hat: Worauf wird wert gelegt, was verk\u00f6rpert man dort und welche Ziele werden verfolgt? Andererseits sollte man in der Lage sein spezifische Fragen zu der technischen Position beantworten zu k\u00f6nnen. Ein vorheriges dezidiertes Auseinandersetzen damit steigert auch das Selbstbewusstsein, mit dem man in dieses Gespr\u00e4ch geht. Wichtige Vorerfahrungen f\u00fcr den Beruf sollte man hervorheben und davon berichten.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken zu diesem Thema?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Das kann ich nur bejahen. Das ist genau der Grund warum ich auf Plattformen verst\u00e4rkt aktiv werde, die MINT attraktiv f\u00fcr Frauen und junge M\u00e4dchen machen und Verunsicherungen nehmen m\u00f6chten. Es braucht mehr Mentorinnen, die aktive Unterst\u00fctzung anbieten. Daher bin ich durch mein Netzwerk auch auf diese M\u00f6glichkeit zum Interview bei Women in Tech aufmerksam geworden. Ich bin weiterin Mitglied des Netzwerks &#8220;She Drives Energy &#8211; Women in Energy Industries&#8221; und Expertin f\u00fcr die Initiative #InnovativeFrauen. Hier biete ich mich ebenfalls aktiv als Mentorin oder Unterst\u00fctzerin jeglicher Art an. Denn wir m\u00fcssen anderen M\u00e4dchen und Frauen ein Vorbild sein und denjenigen helfen, die noch zweifeln, obwohl sie Interesse h\u00e4tten. Einander zu st\u00fctzen ist ein wichtiger Aspekt, um zuk\u00fcnftig mehr Frauen in solche Berufszweige zu bekommen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Die Leidenschaft vor nichts zur\u00fcck zu scheuen, neues zu entdecken und auch offen f\u00fcr neues zu sein. Sich zu trauen neuen Erfahrungen offen gegen\u00fcber zu stehen und der Ansporn zu Pionierinnen auf unseren Gebieten zu werden.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Bitte beschreibe eine schwierige Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Es ist in der Wissenschaft selbst schon teilweise schwierig ernst genommen zu werden, wenn man noch keine Doktorin oder gar Professorin ist, doch wenn man hinzu auch noch eine junge Frau ist, die ihre Kompetenz gegen\u00fcber erfahrenen M\u00e4nnern beweisen m\u00f6chte, dann hat man manchmal das Gef\u00fchl sich umsonst zu bem\u00fchen. Egal wie sehr man sich bem\u00fcht, man wird schlichtweg nicht &#8220;geh\u00f6rt&#8221;. Das kann frustrieren und die Motivation nehmen, doch stattdessen denke ich mir mittlerweile: Jetzt erst recht und zwar so lange, bis sich etwas \u00e4ndert! Denn das kann wohl kaum der richtige Weg sein in der heutigen Moderne. Jemand der \u00e4lter ist, mag erfahren sein, doch es gibt ihm keine Garantie allwissend zu sein und auch hier kann es f\u00fcr jedermann immer nur eine win-win Situation sein voneinander zu lernen und offen f\u00fcr einander zu sein, statt Kommunikation nur top-down zu betreiben. Manchmal w\u00e4re eine frische und junge Sicht auf die Dinge sicherlich f\u00f6rderlich f\u00fcr die ein oder andere Entscheidung oder Situation.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wohin m\u00f6chtest du dich zeitnah beruflich und pers\u00f6nlich weiter entwickeln?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Mein n\u00e4chstes gro\u00dfes Ziel ist nun meine Promotion erfolgreich zu gestalten und mich w\u00e4hrend dessen weiterzubilden, so viel ich nur kann. Solch selbstst\u00e4ndiges Arbeiten und Netzwerken formt den Charakter und f\u00f6rdert die Weiterentwicklung in hohem Ma\u00dfe. Manchmal \u00fcberrascht man sich so auch selbst.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer sind deine pers\u00f6nlichen oder beruflichen Role Models?<br \/>\n<strong>Julia:<\/strong> Eine meiner Role Models ist Tijen Onaran. Ihr aktiver und \u00f6ffentlicher Beitrag zur F\u00f6rderung von Frauen in Berufen, Leitungspositionen und auch in der Gr\u00fcndung von Start-Ups und Investments inspiriert mich sehr. Das hat mich selbst dazu motiviert zu investieren! Hier kann ich ihren derzeitigen Podcast &#8220;Aufsteiger:innen&#8221; sehr empfehlen. Hier berichten sowohl M\u00e4nner, als auch Frauen von ihrem Weg von unten nach oben und den Herausforderungen, die sich ergeben haben. Hier sieht man besonders die H\u00fcrden, wenn man nicht aus einer besser gestellten Familie oder aus einer Akademikerfamilie kommt und nicht \u00fcber das n\u00f6tige Netzwerk verf\u00fcgt, wenn man nichts hat und sich alles selbst erschaffen hat. Diese Erfolgsgeschichten sind unfassbar inspirierend und geben Mut. Ansonsten inspirieren mich viele meiner wissenschaftlichen Kolleginnen, die jeden Tag ihren Hut in den Ring werfen und einen aktiven Beitrag zur Wissenschaft leisten.<\/p>\n<p>Hier empfehle ich gerne noch die Initiative #Innovative Frauen, die vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert wird: <a href=\"https:\/\/www.innovative-frauen.de\/\">www.innovative-frauen.de\/<\/a> Vielleicht trauen sich hier noch einige talentierte Frauen sich anzumelden und sich damit mehr in den \u00f6ffentlichen Fokus zu r\u00fccken oder es hilft Frauen Unterst\u00fctzung durch andere Frauen zu finden.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Julia!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIT: Hallo, Julia, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich. Julia: Ich bin k\u00fcrzlich 27 Jahre geworden und habe zeitgleich meinen Master beendet. 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