{"id":13632,"date":"2021-06-18T10:59:17","date_gmt":"2021-06-18T08:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=13632"},"modified":"2021-06-18T12:34:58","modified_gmt":"2021-06-18T10:34:58","slug":"recap-abschlussdiskussion-wie-bringen-wir-ganz-konkret-mehr-frauen-in-technische-berufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/recap-abschlussdiskussion-wie-bringen-wir-ganz-konkret-mehr-frauen-in-technische-berufe\/","title":{"rendered":"Recap Abschlussdiskussion: Wie bringen wir ganz konkret mehr Frauen in technische Berufe?"},"content":{"rendered":"<p>Bei einer Veranstaltung zum Thema \u2018Women and Tech\u2019, welche das Gutenberg Digital Hub in Mainz am 17.6.2021 ausrichtete, hatte ich das Vergn\u00fcgen an einer Abschlussdiskussion zum Thema \u201aWie bekommen wir ganz konkret mehr Frauen in technische Berufe?\u2018 zu sprechen.<\/p>\n<p>Mit inspirierenden Frauen wie Fiona Krakenb\u00fcger, Marie Kochsiek und der Moderation durch Daniela Bublitz gingen wir auf die vielschichtigen Aspekte dieses Themas ein. Innerhalb von 45 Minuten lassen sich diese sicherlich nur oberfl\u00e4chlich angehen, man k\u00f6nnte ganze B\u00fccher \u00fcber das Thema schreiben. Angefangen von Frauenrechten und deren Verwirklichung \u00fcber die ersten Programmiererinnen, unseren eigenen kindlichen Pr\u00e4gungen, historischen Zusammenh\u00e4ngen bis hin zu allgemeinen Glaubenss\u00e4tzen dar\u00fcber wie wir die Welt sehen wollen\/k\u00f6nnen und wie wir in dieser Handeln. Man k\u00f6nnte B\u00fccher schreiben dar\u00fcber wie Technologien Frauen bef\u00e4higen k\u00f6nnen ihre eigenen Themen in die Welt zu bringen oder was uns derzeit daran hindert das entsprechende Werkzeug in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<h1>Wie kann der Einstieg in Tech gelingen?<\/h1>\n<p>Berlin und Karlsruhe war sich einig, dass wir das Problem der geringen Frauenanteils in der deutschen Tech-Branche in dieser Generation zu l\u00f6sen haben und es nicht auf die n\u00e4chste Generation junger Frauen abgeschoben werden kann. Das geht aber nur, wenn wir neue Wege gehen und uns von einem starren Bildungs- und Recruitingsystem verabschieden.<\/p>\n<p>Bei dem Versuch m\u00f6glichst pragmatische und sachdienliche Hinweise zu geben (denn man l\u00f6st ja bekanntlich ein Problem selten durch die Weise wie es entstanden ist) muss ich aber zugeben, dass ich an der ein oder anderen Stelle erstmal nachdenken musste und keine konkrete Antwort geben konnte. Vor uns war ein diverses Publikum aus tollen Frauen mit den unterschiedlichsten Werdeg\u00e4ngen. Dabei eine Standardantwort zu geben, die allen dient, schien mir fast unm\u00f6glich. Zu unterschiedlich waren die Lebenssituationen, Werdeg\u00e4nge und Ziele.<\/p>\n<p>Das Thema ist also recht vielschichtig und so kann ich nur ansatzweise Hinweise geben welche Wege dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, mehr Frauen in technische Berufe zu bekommen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich hilft es sich aber zu vergegenw\u00e4rtigen, dass es schon immer Women in Tech gab, bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stieg deren Anteil auch. Schon immer gab es kreative Ingenieurinnen und Erfinderinnen, das erste Computerprogramm wurde von einer Frau geschrieben.<\/p>\n<p>Wir waren uns alle einig, dass reine M\u00e4dchen- und Frauengruppen hilfreich sind um einen Safe Space zu bieten, in welchem eine entsprechende Wohlf\u00fchlatmosph\u00e4re herrscht. Ein Ort an dem keine Frage falsch sein kann, Offenheit und Sicherheit existiert, man \u201eunter sich\u201c ist und vertraut. Es braucht diese \u201aBubble\u2018, aus der man sich auch wieder l\u00f6sen kann, wie stabiles Sicherungsnetz beim Seiltanz.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt waren finanzielle Hilfen bei der Weiterbildung.<\/p>\n<p>Auch in dieser Runde kam heraus wie unf\u00e4hig und sozial inkompetent Jobcenter gegen\u00fcber jungen, intelligenten Frauen sein k\u00f6nnen. Mir tut es jedes Mal weh, wenn ich Geschichten h\u00f6re, die Frauen total demotivieren und mehr Stress und Angst machen als wirklichen Nutzen bieten. Diese Stellen werden von Steuergeldern bezahlt und aus meiner Sicht ist der Staat ein Diener seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, nicht sein inkompetenter Vorgesetzter. Ja, es gibt Bildungsgutscheine (AZAV), die man unter bestimmten Umst\u00e4nden bekommen kann, um sich eine Weiterbildung durch den Staat finanzieren zu lassen. Die Beratung dazu sollte man aber besser anderen Leuten \u00fcberlassen, die empathischer sind und eine gewisse Fachkompetenz mitbringen.<\/p>\n<p>Ein anderer Weg kann finanzielle Unterst\u00fctzung durch Unternehmen sein, beispielsweise in Form von Stipendien oder Ausbildungen. Aus Unternehmenssicht ist das keine nette F\u00f6rderung von Frauen, sondern bietet eine essentielle wirtschaftliche Grundlage. Menschen auszubilden und dabei auf ihre individuellen F\u00e4higkeiten einzugehen ist eine wesentliche Ressource in unserem Wirtschaftssystem. Alles was nicht aus dieser Intention heraus kommt ist Bullshit und Marketinged\u00f6ns.<\/p>\n<p>Es gibt diese Unternehmen, die zudem auch eine Wohlf\u00fchlatmosph\u00e4re schaffen. Unternehmen, die gute Geh\u00e4lter bezahlen, \u201aFrau\u2018 sich wohlf\u00fchlen kann und spannende T\u00e4tigkeiten bieten. Es gibt Unternehmen, die erkannt haben welchen Wert Women in Tech bieten, die Vertrauen in ihre Leute haben und in der Lage sind auf die Bed\u00fcrfnisse ihrer Gemeinschaft einzugehen. Und es gibt auch Unternehmen, die bereit sind sich auf Quereinsteigerinnen einzulassen. Dazu geh\u00f6ren auch gro\u00dfe Konzerne wie SAP und Google, IT-Dienstleister und kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen.<\/p>\n<p>Man wird als Quereinsteigerin sicherlich vor gewisse Herausforderungen gestellt, vor die einem ein Informatik-, Mathe- oder Physikabschluss bewahrt. Man wird wohl \u00f6fter abgewiesen oder schr\u00e4g angeschaut. Aber auch mit einem sozialwissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Studium ist der Weg in die IT machbar, wenn man sich beispielsweise auf quantitative Themen fokussiert, insbesondere in Kombination mit ein paar Coding-Skills kann das tolle Wege in datengetriebenen Jobs er\u00f6ffnen. Zudem gibt es den Weg des eigenst\u00e4ndigen Lernens, sich F\u00e4higkeiten anzueignen, in Communities oder im Eigenstudium.<\/p>\n<p>So divers wie der Mensch sind auch die T\u00e4tigkeitsfelder und M\u00f6glichkeiten die ein Tech-Job mit sich bringen kann. Nicht jede Woman in Tech braucht Programmierkenntnisse, wichtiger sind Mut und Neugier. Die Lust am lebenslangen Lernen, an der pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung und der F\u00e4higkeit zu kollaborieren und kommunizieren.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n war am Ende noch die Frage nach der Vision der Women in Tech bzw. wie eine ideale IT-Branche aussieht. Tats\u00e4chlich w\u00fcnsche ich mir \u201eeinfach nur\u201c einen Spiegel unserer Gesellschaft dort wiederzufinden. Denn diese ist diverser und bunter als manch ein B\u00fcrobewohner glauben mag.<\/p>\n<p>Abschliessend ist noch zu sagen &#8211; und ich vergesse das viel zu oft zu bewerben -. dass unser Verein durchaus viel auf den Weg bringen will, wenn es um genau dieses Thema geht. Am einfachsten geht dies aber durch eine Mitgliedschaft und Wortmeldung per E-Mail oder discord. Jede Anfrage, die wir von unseren Mitgliedern erhalten, nehmen wir super ernst und geben unser Bestes den individuellen Weg zu erleichtern. Auch wir sind in einem st\u00e4ndigen Prozess der Weiterentwicklung und sehen uns als Teil eines kollaborativen Systems, keiner Service-Dienststelle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer Veranstaltung zum Thema \u2018Women and Tech\u2019, welche das Gutenberg Digital Hub in Mainz am 17.6.2021 ausrichtete, hatte ich das Vergn\u00fcgen an einer Abschlussdiskussion zum Thema \u201aWie bekommen wir ganz konkret mehr Frauen in technische Berufe?\u2018 zu sprechen. 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