{"id":13075,"date":"2021-05-02T10:58:21","date_gmt":"2021-05-02T08:58:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=13075"},"modified":"2023-06-01T14:59:26","modified_gmt":"2023-06-01T12:59:26","slug":"interview-mit-laura-john","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/interview-mit-laura-john\/","title":{"rendered":"Interview mit Laura John, Beraterin digitale Transformation"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIT:<\/strong> Hallo, Laura, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich.<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Hi! Ich bin Laura und 22 Jahre alt. Ich komme aus Hamburg und stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums in M\u00fcnster und den Niederlanden. Neben Technologie und digitalen Innovationen ist Politik meine gro\u00dfe Leidenschaft.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was machst du beruflich?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Ich arbeite als Beraterin und habe mich insbesondere auf die digitale Transformation von Unternehmen und Ministerien spezialisiert.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was genau versteckt sich hinter deiner Berufsbezeichnung?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Die Aufgaben einer Beraterin auf einem digitalen Transformationsprojekt sind sehr vielf\u00e4ltig. Es kann um die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie, die Planung oder Umsetzung eines gro\u00dfen IT-Projektes oder die ganzheitliche digitale Transformation einer Organisation gehen. Oft stehen hier die Schnittstellen im Vordergrund, das hei\u00dft es m\u00fcssen Wege gefunden werden, wie ein IT-Projekt effektiv in die gesamte Organisation eingebunden werden kann und zwischen IT-Expert:innen und anderen Abteilungen \u2018\u00fcbersetzt\u2019 werden.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Meine Begeisterung f\u00fcr Technologie hat sich erst w\u00e4hrend meines Studiums und meinen ersten beruflichen Erfahrungen entwickelt. Ich habe mich stark mit der Digitalisierung unseres Staates auseinandergesetzt und dabei erkannt, wie wichtig eine intelligente und nachhaltige Gestaltung der digitalen Transformation f\u00fcr die Zukunft unseres Staates und der Gesellschaft allgemein ist. Das hat mich dazu motiviert, mich selbst st\u00e4rker in die technische Richtung zu entwickeln und je mehr ich ausprobiert habe, desto mehr habe ich meine Leidenschaft f\u00fcr Technologie entdeckt.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Eine entscheidende Person war meine Schwester, die mich aktiv dazu motiviert hat, eine Karriere in der IT einzuschlagen. Auch sie arbeitet in einem technischen Beruf und wir unterst\u00fctzen uns gegenseitig auf unserem Weg. Zudem haben mich Podcasts wie \u2018Women in Tech\u2019 oder \u2018She likes Tech\u2019 inspiriert.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Hat dich Technologie und\/oder Programmieren schon immer interessiert?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Tats\u00e4chlich nicht. Ich hatte w\u00e4hrend der Schulzeit \u00fcberhaupt keine Verbindung zu dem Thema und habe mich auch im ersten Schritt nicht f\u00fcr ein technisches Studium entschieden, obwohl ich immer gut in Mathe und Physik war. Im Nachhinein finde ich es sehr schade, dass ich Programmieren nicht schon in der Schule kennengelernt habe.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse f\u00fcr Computer gef\u00f6rdert?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Meine Eltern haben mich immer darin best\u00e4rkt, meine Interessen zu verfolgen. Allerdings hatten sie selbst keinen Bezug zu Technologie, sodass sie mich nicht aktiv in diese Richtung gef\u00f6rdert haben. \u00c4hnlich sah es in der Schule aus &#8211; auch hier wurde ich nicht explizit dazu ermutigt, ein MINT Fach zu studieren.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was gef\u00e4llt dir an deiner T\u00e4tigkeit am meisten?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Die Abwechslung. Kein Projekt und kein Arbeitstag sind gleich und daher gibt es sehr viele M\u00f6glichkeiten, stets etwas Neues zu lernen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Die Teamarbeit. Probleme kann man nicht alleine l\u00f6sen und es macht mir gro\u00dfen Spa\u00df, gemeinsam mit meinen Kolleg:innen Ideen und L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Im Fitnessstudio, bei einem Spaziergang an der Alster oder bei Freunden und Familie.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Lass dich auf gar keinen Fall von Vorurteilen entmutigen und wage den Schritt, ein technisches Studium und einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen. Die IT ist ein unglaublich spannender und zukunftsrelevanter Bereich und ein IT-Studium wird dir T\u00fcren in nahezu allen Branchen \u00f6ffnen. Wichtig finde ich dabei immer zu betonen, dass ein Beruf in der IT nicht gleich bedeutet, dass du Softwareentwicklerin bist. Die IT Welt ist sehr vielf\u00e4ltig und beispielsweise als UX-Designerin oder Produktmanagerin kannst du die Digitalisierung entscheidend mitgestalten.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Such dir ein starkes Netzwerk und eine Mentorin. Gerade in der Tech-Welt hilft es sehr, mit anderen Frauen Erfahrungen auszutauschen und mehrere Personen zu kennen, die ich um Unterst\u00fctzung oder Rat bitten kann.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Ich finde es schade, dass es immer noch zu wenig weibliche Vorbilder in F\u00fchrungspositionen gibt, insbesondere im Bereich IT-Consulting und Tech allgemein. Zwar ist das Verh\u00e4ltnis von M\u00e4nnern und Frauen auf dem Einstiegslevel inzwischen zum Gl\u00fcck etwas ausgeglichener, aber wenn man nach oben schaut, sieht man leider fast nur (wei\u00dfe) M\u00e4nner. Es entmutigt mich manchmal, dass wir im Jahr 2021 noch nicht weiter sind. Gleichzeitig motiviert es mich aber auch, erst recht zur Ver\u00e4nderung beizutragen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Tipps hast du f\u00fcr Bewerbungsgespr\u00e4che f\u00fcr technische Positionen?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Versuche nicht anderen zu gefallen, sondern zeige, was dich besonders macht. Pr\u00e4sentiere selbstbewusst deine St\u00e4rken und sag offen und ehrlich, wenn du etwas noch nicht kannst, dies aber gerne lernen m\u00f6chtest.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken mit diesem Thema?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Das m\u00fcssen wir dringend \u00e4ndern! Die Digitalisierung wird ma\u00dfgeblich bestimmen, wie die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen aussehen. Daher darf es nicht sein, dass Tech eine m\u00e4nnerdominierte Branche bleibt. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass wir nur eine gerechte und erfolgreiche Gesellschaft erreichen k\u00f6nnen, wenn Frauen und M\u00e4nner die digitale Zukunft gemeinsam gestalten.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Ich denke uns alle verbindet der Wille, mit Technik ein Unternehmen, eine Organisation oder auch unseren Alltag ein bisschen besser zu machen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wohin m\u00f6chtest du dich zeitnah beruflich und pers\u00f6nlich weiter entwickeln?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Ich stehe selbst noch ganz am Anfang meines Weges in die Tech-Branche. Bislang habe ich vor allem an der Schnittstelle von IT und der \u00f6ffentlichen Verwaltung gearbeitet. Im n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte ich meinen Master in Data Science beginnen, um meine Programmierkenntnisse weiter auszubauen, die Welt der Algorithmen noch besser zu verstehen und mit Daten einen echten Mehrwert zu schaffen. Damit m\u00f6chte ich zu der Digitalisierung unseres Staates und der Entwicklung digitaler und nutzerzentrierter Services f\u00fcr alle B\u00fcrger:innen beitragen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer sind deine pers\u00f6nlichen oder beruflichen Role Models?<br \/>\n<strong>Laura:<\/strong> Christina Lang, Founderin und CEO von Tech4Germany<br \/>\nLea-Sophie Cramer, Founderin von Amorelie<br \/>\nVerena Pausder, eine der bekanntesten Pers\u00f6nlichkeiten in der deutschen Gr\u00fcnderszene und Gestalterin von digitaler Bildung in Deutschland<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auf unseren Blog <a href=\"https:\/\/itgirls.de\">itgirls.de<\/a> aufmerksam machen, auf dem meine Schwester und ich von unseren pers\u00f6nlichen Wegen in die Tech-Branche berichten, sowie Erfahrungen, Tipps und Inspirationen teilen. Wir stehen dir dort auch gerne f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIT: Hallo, Laura, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich. Laura: Hi! Ich bin Laura und 22 Jahre alt. Ich komme aus Hamburg und stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums in M\u00fcnster und den Niederlanden. Neben Technologie und digitalen Innovationen ist Politik meine gro\u00dfe Leidenschaft. WIT: Was machst du beruflich? 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