{"id":12444,"date":"2021-02-05T14:59:35","date_gmt":"2021-02-05T13:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.womenintechev.de\/?p=12444"},"modified":"2023-06-01T15:03:55","modified_gmt":"2023-06-01T13:03:55","slug":"interview-mit-sarah-berger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.womenintechev.de\/en\/interview-mit-sarah-berger\/","title":{"rendered":"Interview mit Sarah Berger, Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIT:<\/strong> Hallo, Sarah, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich.<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Mein Name ist Sarah Berger, ich bin 31 Jahre alt, gl\u00fccklich verheiratet. Bisher war ich F\u00fchrungskraft eines SW-Entwicklungsteams. Aktuell bin ich Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin meines eigenen Unternehmens &#8211; die Biberei.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Das klingt sehr spannend. Was macht die Biberei?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Bei der Biberei wollen wir Unternehmen und Gr\u00fcnder*innen Mut f\u00fcr Digital machen. Unser Fokus ist dabei die digitale Produktentwicklung. Wir beraten bei der Entwicklung von digitalen Produkten und Gesch\u00e4ftsmodellen. Zus\u00e4tzlich bieten wir auch die Implementierung der digitalen Produkte im Bereich App und Web an.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wie bist du dazu gekommen, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Ich habe mich dazu entschieden Wirtschaftsinformatik zu studieren, weil ich bereits in der Schulzeit einen sehr guten Informatikunterricht genie\u00dfen durfte. Aber auch privat habe ich mit 9-10 Jahren an den PC gesetzt und erste eigene Websites gebaut. Es war eine Mischung aus pers\u00f6nlicheren Interesse, aber auch die M\u00f6glichkeit in der Schule das Wissen zu erlernen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer oder was hat dich am meisten inspiriert, einen technischen Beruf zu w\u00e4hlen?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Mich hat keine Person an sich inspiriert. Die IT gibt mir die M\u00f6glichkeit mich kreativ auszuleben, ohne einen Stift in die Hand nehmen zu m\u00fcssen. Ich hatte die M\u00f6glichkeit etwas Eigenes zu &#8220;bauen&#8221;, auch mit zwei linken H\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Hat dich Technologie und\/oder Programmieren schon immer interessiert?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Absolut. Angefangen hat es mit ersten Websites und HTML, sowie CSS. Sp\u00e4ter kamen noch Programmiersprachen wie Java oder Datenbankentwicklungen hinzu.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Haben deine Eltern und Lehrer deine Vorliebe und dein Interesse f\u00fcr Computer gef\u00f6rdert?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Meine Informatiklehrer haben mich immer unterst\u00fctzt. Ich glaube manchmal habe ich sie etwas \u00fcberfordert. Meine Eltern habe meine Begeisterung auch immer unterst\u00fctzt und mich einfach machen lassen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was gef\u00e4llt dir an deiner T\u00e4tigkeit am meisten?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Bei der Entwicklung von digitalen Produkten fasziniert mich am meisten die Kombination aus IT und Wirtschaft. Ich finde es super spannend mir tolle Konzepte mit einem echten Mehrwert zu \u00fcberlegen und diese anschlie\u00dfend auch umzusetzen. Ich hatte bereits sehr viele sch\u00f6ne Momente, wo Menschen richtig begeistert werden von einer Appfunktion beispielsweise.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was ist f\u00fcr dich das Sch\u00f6nste an deinem Arbeitsalltag?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Als Gr\u00fcnderin ist aktuell das Sch\u00f6nste, dass ich komplett freie Zeiteinteilung habe. Ich habe fast gar keine Meetings und kann viel Zeit in Deep Work investieren. Meistens nutze ich die Zeit f\u00fcr Blogbeitr\u00e4ge oder um meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Entweder in den Bergen oder unter Wasser. Ich wandere sehr gerne im Schwarzwald und tauche in Bergsee oder Meeren.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Botschaft m\u00f6chtest du Frauen oder M\u00e4dchen mitgeben, die sich f\u00fcr Technik interessieren?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Das Geschlecht spielt absolut keine Rolle. Wenn ich mich f\u00fcr ein Thema interessiere, dann lasst euch von niemanden abbringen. Es gibt nichts auf der Welt, was Frauen nicht schaffen k\u00f6nnen. Manchmal ist es auch hilfreich sich absichtlich etwas taub zu stellen und mehr auf seine eigene Stimme zu h\u00f6ren, als auf externe Meinungen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Ratschlag verfolgst du bis heute?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Andere kochen auch nur mit Wasser.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welchen Herausforderungen begegnest du als Frau in deinem Beruf?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Ich glaube, man wird gerade als j\u00fcngere Frau von vielen nicht ernst genommen. Die Meinung wird nicht geh\u00f6rt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich immer erst beweisen muss, bevor die Meinung wirklich geh\u00f6rt und akzeptiert wird.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Welche Tipps hast du f\u00fcr Bewerbungsgespr\u00e4che f\u00fcr technische Positionen?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Immer zeigen, was man kann! Man sollte seine F\u00e4higkeiten nie unter Wert verkaufen oder Angst haben arrogant zu wirken. Nat\u00fcrlich sollte man nicht l\u00fcgen, aber man darf sich auch auf Positionen bewerben, welche aktuell eine Schuhgr\u00f6\u00dfe zu gro\u00df sind. Man w\u00e4chst in die meisten Positionen ohnehin rein.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Frauen in technischen Berufen sind ja leider noch eine Minderheit. Was sind deine Gedanken mit diesem Thema?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Ich glaube, es gibt zu wenig Vorbilder. Ich war in meine Rolle die einzige weibliche F\u00fchrungskraft in der IT-Abteilung. Das ist sehr erschreckend. Allerdings konnte ich damit vielleicht bei 1-2 Frauen den Gedanken anregen, dass sie selbst auch F\u00fchrungskraft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Was verbindet dich mit Frauen in der Technik?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Ich glaube, gerade bei der Entwicklung von digitalen Produkten braucht, man viel mehr Diversit\u00e4t. Diversit\u00e4t bedeutet nat\u00fcrlich nicht nur Mann und Frau. Aber, es w\u00e4re schon mal ein guter Anfang, wenn wir mehr durchmischte Teams bei der Produktentwicklung h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Bitte beschreibe eine schwierige Situation, der du in deinem Beruf in der Vergangenheit begegnet bist.<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Da gab es einige schwierige Situation. Ich glaube die schwierigste Situation war, ein Serverausfall ganz kurz vor einem Livegang inklusive Presse. Wir wollten den gr\u00f6\u00dften Rollout unseres SW-Programms starten. Es handelte sich dabei, um eine L\u00f6sung, welche es erm\u00f6glichte, das Fahrzeug remote \u00f6ffnen zu k\u00f6nnen. Wir hatten Tage- und n\u00e4chtelang durchgearbeitet, um alles f\u00fcr den Launch vorzubereiten. 1-2 Stunden bevor es offiziell losging, hatten wir einen Serverausfall und nichts ging mehr. Ich war als Projektleiterin vor Ort und alle Augen waren auf mich gerichtet. In der Situation konnte ich nat\u00fcrlich nichts tun. Also musste ich ruhig bleiben und nach einer L\u00f6sung suchen. Ich hatte Gott sei Dank noch eine andere M\u00f6glichkeit die Fahrzeuge zu \u00f6ffnen (nicht mit dem Schl\u00fcssel, der war n\u00e4mlich im Fahrzeug). Diese Situation und das Gef\u00fchl dabei werde ich nie vergessen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wohin m\u00f6chtest du dich zeitnah beruflich und pers\u00f6nlich weiter entwickeln?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Ich m\u00f6chte gerne mein Unternehmen weiter aufbauen und meine Ideen von einer menschenfreundlichen Organisation in die Realit\u00e4t umsetzen.<\/p>\n<p><strong>WIT:<\/strong> Wer sind deine pers\u00f6nlichen oder beruflichen Role Models?<br \/>\n<strong>Sarah:<\/strong> Mein pers\u00f6nliches Role Model ist meine Oma. Mein beruflichen Role Models sind Sheryl Sandberg und Taylor Swift.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte jede junge Frau, welche ein Gr\u00fcndungsvorhaben im digitalen Bereich hat, dazu ermutigen einfach loszulegen.<br \/>\nBitte habt keine Angst vor IT!<br \/>\nBitte habt keine Angst vor der SW-Entwicklung.<br \/>\nEs gibt so viele Standardl\u00f6sungen, welche man benutzen kann. Aus diesem Grund haben wir von der Biberei ein Produkt geschaffen, was Gr\u00fcnder*innen hilft die Idee in eine konkrete Roadmap zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIT: Hallo, Sarah, bitte erz\u00e4hle uns doch einmal kurz von dir pers\u00f6nlich. Sarah: Mein Name ist Sarah Berger, ich bin 31 Jahre alt, gl\u00fccklich verheiratet. Bisher war ich F\u00fchrungskraft eines SW-Entwicklungsteams. Aktuell bin ich Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin meines eigenen Unternehmens &#8211; die Biberei. WIT: Das klingt sehr spannend. Was macht die Biberei? 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